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CD-Besprechung

Classicclips CLCL 111

1 CD • 56min • 2008

03.03.2009

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Das Fagott als Soloinstrument scheint derzeit Konjunktur zu haben – sehr zu Recht, denn das oft einseitig mit komischen Effekten assoziierte Instrument hat ausdrucksmäßig weit mehr zu bieten, als man ihm gemeinhin zutraut. Die junge türkische Fagottistin Zeynep Köylüoglu demonstriert dies eindringlich auf ihrer CD, die im Anschluss an ihren Sieg im Hülsta Woodwinds-Wettbewerb 2008 aufgenommen wurde. Zusammen mit dem deutschen Pianisten Tobias Bredohl unternimmt sie einen informativen Streifzug durch das Repertoire, das im 20.Jahrhundert für ihr Instrument entstand.

Das Spektrum ist breit und reicht von der Sonate, die Camille Saint-Saëns in seinem letzten Lebensjahr schrieb, bis zu den Interférences für Fagott und Klavier des 1932 geborenen Dirigenten und Komponisten Roger Boutry. Den Auftakt macht die höchst effektvolle Sonatine des Polen Alexandre Tansman, 1952 in Paris entstanden. Ansonsten dominieren die Franzosen, die eine besondere Affinität zu diesem Instrument besitzen. Die Sonate des 85jährigen Saint-Saëns ist ein ebenso knappes wie ausdrucksstarkes Werk reifer Meisterschaft. Auch Charles Koechlin hat in seinem umfangreichen kammermusikalischen Schaffen das Fagott mit einer stimmungsdichten, mal geheimnisvollen, mal witzigen Sonate bedacht. Jean Françaix, der gern und wirkungsvoll für das Fagott schrieb, ist mit zwei gefälligen Stücken kontrastierenden Charakters vertreten, während Boutry mit sich überlagernden Klängen und scharf skandierten Rhythmen Fagott und Klavier in einen spnnungsvollen Dialog setzt. Einen anderen, mitunter fremdartigen Tonfall steuert schließlich die 1987 für einen Wettbewerb in Istanbul geschriebene Partita füür Fagott solo des türkischen Komponisten Cengiz Tanc zum Programm bei.

Zeynep Köylüoglu, ab diesem Jahr Stipendiatin der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker, besticht durch brillantes, höchst geschmeidiges Spiel, das die klanglichen Möglichkeiten des Instruments voll ausreizt, ohne je in die Gefahr des Forcierens zu kommen. Tobias Bredohl ist ihr dabei ein verlässlicher Partner, der sich bei aller Virtuosität nie in den Vordergrund spielt.

Sixtus König † [03.03.2009]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Alexandre Tansman
1Sonatine für Fagott und Klavier 00:09:14
Camille Saint-Saëns
4Sonate G-Dur op. 168 für Fagott und Klavier 00:13:30
Charles Koechlin
7Sonate op. 71 für Fagott und Klavier 00:10:58
Jean Françaix
10Andante für Fagott und Klavier 00:06:46
11Petit divertissement militaire für Fagott und Klavier 00:02:57
Cengiz Tanç
12Partita für Fagott 00:05:39
Roger Boutry
13Interférences I für Fagott und Klavier 00:08:52

Interpreten der Einspielung

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