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CD-Besprechung

OehmsClassics OC 723

1 CD • 53min • 2007, 2008

12.12.2008

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Die Welt der Kindheit und Jugend in der Musik von Benjamin Britten: Vieles gibt es darüber zu lesen, besonders in Verbindung mit der Simple Symphony op. 4. Es ist daher unnötig, diese Thematik auch noch an dieser Stelle breitzutreten. Zumal sich Achim Fiedlers Herangehensweise an dieses Werk des einundzwanzigjährigen Britten abseits all dessen bewegt, was mit kindlicher Unschuld, Naivität oder sentimentalem Erinnern in Verbindung gebracht werden könnte. Zwar betonen die Festival Strings Lucerne forsch und bestimmt die spielerischen und pointierten Züge dieser Musik, gehen aber mit großem Ernst zur Sache und ermöglichen somit schon hier einen unverstellten Blick auf Benjamin Britten als Komponisten feinster Stimmungsschwankungen – gerade in den melancholischen Momenten der Simple Symphony. Als lärmend („boisterous“) kann man die eröffnende Bourrée nicht gerade bezeichnen. Aber die Spielfreude des Kammerorchesters teilt sich auch in einem mehr launigen und augenzwinkernden Musiziergestus dem Hörer mit – das gilt ebenso für das lebhafte Pizzicato und das sehr leidenschaftlich angegangene Prestissimo-Finale. Allein die Sarabande gerät mir in ihrem satten und stark vibratohaltigen Ensembleklang zu sentimental und pathetisch.

Die Luzerner Streicher beeindrucken in den Konzert-Mitschnitten auf dieser hörenswerten CD mit einer vorzüglichen Klanglichkeit, mit einer exzellenten Balance zwischen konturenscharfem kammermusikalischem Duktus und großem orchestralem Schmelz. Ihre Interpretation der an Stimmungen so reichen Variations on a Theme of Frank Bridge op. 10 – eine Hommage Brittens an seinen Lehrer über ein Thema aus dessen Drei Idyllen für Streichquartett op. 6 – strotzt nur so vor (Strahl-)Kraft und Vitalität. Allerdings legt sich über die insgesamt sehr feinnervig gezeichneten Variationen bisweilen eine für meine Begriffe nicht immer angemessene Bedeutungsschwere, etwa in dem parodistisch verfremdeten Wiener Walzer. Großartig dagegen der spukhafte Marsch, die schwermütige, aber leicht und federnd ausgeführte Romanze, der schmerzhaft-expressive Trauermarsch sowie die robust angegangene Fuge der Variation Nr. 10. Ein großes Plus dieser Aufnahme ist nicht zuletzt das punktgenaue Spiel des sehr transparent musizierenden Ensembles, das abschließend auch in der Auffächerung des Streichersatzes in bis zu 18 Solostimmen innerhalb Brittens letzter Komposition für Streichorchester, Prelude and Fugue op. 29, keine Wünsche offen lässt.

Christof Jetzschke [12.12.2008]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Benjamin Britten
1Simple Symphony op. 4 00:16:00
5Variationen über ein Thema von Frank Bridge op. 10 00:26:58
16Prelude and Fugue op. 29 for 18 Streicher (1943) – Grave - Allegro energico 00:09:21

Interpreten der Einspielung

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