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CD-Besprechung zum Thema
Streichquartette

Hungaroton HCD 32593

1 CD • 62min • 2008

31.10.2008

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Es ist in der Tat seltsam, dass die Streichquartette von Ignaz Joseph Pleyel nicht schon längst ausgegraben wurden. Sie erfüllen alle Ansprüche, die man an Kammermusik auf höchstem Niveau stellt – der unbefangene Hörer könnte sie ohne weiteres für unbekannte Werke Joseph Haydns halten. Mozart schrieb in einem Brief von 1784 an seinen Vater: „Dann sind dermalen Quartetten heraus von einem gewissen Pleyel... Sie sind sehr gut geschrieben und sehr angenehm.“

Der 1757 in Niederösterreich geborene Pleyel (ursprünglich Pleyl) war der Lieblingsschüler Haydns. Über Italien führte ihn sein Weg nach Frankreich, wo er als Musikdirektor am Straßburger Münster wirkte und eine eigene Konzertreihe betrieb. 1791 wurde er von den „Professionel Concerts“ nach London eingeladen – in Konkurrenz zu den Salomon-Konzerten, bei denen gleichzeitig Haydn zu Gast war. Doch Lehrer und Schüler nahmen wechselseitig Werke des anderen ins Programm, applaudierten sich gegenseitig und dinierten zusammen. Bei seiner Rückkehr nach Frankreich konnte sich Pleyel nur durch die Komposition einer patriotischen Hymne vor der Guillotine retten. In Paris gründete er einen Musikverlag und eine Klavierfabrik, während seine kompositorische Tätigkeit nachließ. Er starb 1831, nachdem er sich in seinen letzten Lebensjahren überwiegend seinem Hobby, der Landwirtschaft gewidmet hatte. Seine Musik – zu seinen Lebzeiten ungeheuer populär – geriet in Vergessenheit.

Die hier in Weltersteinspielung vorgelegten drei Quartette (insgesamt schrieb Pleyel deren achtzig) wurden erstmals 1786 veröffentlicht. Sie sind durchweg dreisätzig gehalten und bieten den einzelnen Quartettmitgliedern ausgedehnte Möglichkeiten zu solistischen Eskapaden. Ihre Meisterschaft in formaler Anlage, Melodieführung und Harmonik bestätigen Mozarts Urteil.

Das 2002 gegründete Quartetto Luigi Tomasini (benannt nach dem Konzertmeister von Haydns Orchester in Esterházy) musiziert auf historischen Instrumenten und in alter tiefer Stimmung bravourös und mit üppigem Klang. Allerdings wirken die jungen Musiker mitunter fast zu ernst – ein wenig mehr Charme und Grazie kann diese einfallsreiche Musik schon vertragen. Dennoch lässt sich auf diese CD uneingeschränkt übertragen, was Mozart im oben genannten Brief an seinen Vater schrieb: „Wenn Sie selbige noch nicht kennen, so suchen Sie sie zu bekommen; es ist der Mühe werth.“

Sixtus König † [31.10.2008]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ignaz Pleyel
1Streichquartett G-Dur op. 11 Nr. 1 00:20:22
4Streichquartett c-Moll op. 11 Nr. 2 00:18:08
6Streichquartett D-Dur op. 11 Nr. 3 00:22:46

Interpreten der Einspielung

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