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CD-Besprechung

László Lajtha String Quartets (Complete) Vol. 1

Hungaroton HCD 32542

1 CD • 62min • 2007

28.05.2008

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 6
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Wer Béla Bartók liebt, muß keine großen Sprünge tun, um auch László Lajtha mögen. Und wer Bartók noch immer nicht mögen sollte, wäre vielleicht gut beraten, sich auf dem Umweg über seinen einstigen Assistenten anzunähern, der bei einer nicht selten ähnlich magyarischen Idiomatik vielleicht doch der weniger „bohrende" Wahrheitssucher und Ursachenforscher, sondern eher der Klassizist war, dem lebenslang ein gewisser französischer Esprit anhaftete. Dabei sage ich es gern noch einmal: Die Abhängigkeit von dem elf Jahre älteren Kollegen ist keineswegs so, daß man Lajtha als Steigbügelhalter oder Stallknecht des großen Meisters der Moderne betrachten dürfte. Es gibt halt nur auffallende Berührungspunkte wie etwa in der Doppelfuge mit anschließendem Rondo op. 5, mit der der damals gerade 31-jährige Lajtha seinen Streichquartett-Dekalog offiziell einleitete. Die dichte, komprimierte Stimmführung und das generelle Interesse an Modellen der historischen Polyphonie ist hier wenigstens ebenso ausgeprägt wie bei Bartók. Doch die konsequente Entwicklung, die diesen erst gegen Ende seines Lebens wieder zu einem „publikumsnäheren" Ton gebracht hat – diese Folgerichtigkeit wird man bei Lajtha nicht finden. Hier können durchaus in ein und demselben Werk spielerische Miniaturen und zauberhaft atmosphärische Piecen neben brütend massiven Komplexen stehen, womit die Interpreten ihre Haltung stets neu entscheiden müssen und sich im vorliegenden Fall wohl genau deshalb auf eine Art gespannter Distanziertheit verständigt haben. Das ist stilistisch unbedingt vertretbar, hätte aber durch eine weit überlegtere und ausgefeiltere Studioregie beantwortet werden müssen. Der bekannte „Hungaro-Ton", den wir der sozialistischen Technik dankbar verziehen haben, weil wir froh waren, wenn sie uns überhaupt was von ihren Sachen hören ließen – dieser stumpfe Originalton Ost sollte inzwischen eigentlich Vergangenheit sein, doch er beeinträchtigt auch diese und die gleichzeitig erschienene zweite Folge der Gesamtaufnahme, bei deren Besprechung ich noch etwas zu den klanglichen Defiziten sagen muß.

Rasmus van Rijn [28.05.2008]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
László Lajtha
1Streichquartett Nr. 1 op. 5 (Doppelfuge und Rondo) 00:20:00
2Steichquartett Nr. 3 op. 11 00:20:07
3Steichquartett Nr. 4 op. 12 00:21:57

Interpreten der Einspielung

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