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CD-Besprechung

Zoltán Kodály Works for Mixed Choir Vol. 3

Hungaroton HCD 32366

1 CD • 67min • 2006

09.05.2008

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 6
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Es ist vorbildlich, wie man sich in Ungarn um das nationale Kulturerbe bemüht. Das traditionsreiche Budapester Label Hungaroton veröffentlichte unlängst den abschließenden dritten Band von Zoltán Kodálys Werken für gemischten Chor, der Kompositionen der letzten Lebensphase von 1948–1965 enthält.

Bei enzyklopädisch angelegten Einspielungen dieser Art ist es kaum vermeidbar, dass belanglose Gelegenheitsarbeiten neben Meisterwerken stehen. Im vorliegenden Falle wechseln sich Kuriositäten, wie etwa eine ungarische Fassung der Marseillaise, jugendbewegte Gebrauchsmusik und Miniaturen von patriotischem Pathos (wer möchte es den gebeutelten Ungarn verdenken!) mit großartigen, wahrhaft inspirierten, vom Gespür des Komponisten für die Spezifik des Chorklangs und differenzierte Harmonik geprägten Tableaus ab. Zu den Höhepunkten der CD zählen Kodálys 1965, zwei Jahre vor seinem Tod komponierte, an Madrigalismen reiche Elegie Mohács und besonders die dramatische Kantate Der Mahnruf Zrínyis von 1954, das umfangreichste a-cappella-Werk des Komponisten. Kodály erweitert in diesem national-patriotischen Chorepos, dessen Textgrundlage auf die Zeit der Türkenherrschaft zurückgeht, das Ensemble um einen solistischen Bariton-Erzählerpart und beschließt das fast zwanzigminütige Opus mit einem überraschend melismatischen Teil und einer krönenden Amen-Fuge. Besonders in diesem Werk kommt der sehr klangsinnliche Umgang Kodálys mit der vokalreichen ungarischen Sprache zum Tragen. Nicht zu vergessen sei der 1959 aus Anlass des Todes seiner Frau geschriebene Trauergesang nach einer Dichtung des englischen „poeta laureatus“ John Masefield – weitaus schlichter in der Anlage, aber dennoch von ergreifender Eindringlichkeit.

Der Kodály-Chor aus Debrecen unter Leitung von István Párkai gibt sein bestes – zweifelsohne ein hervorragendes Kollektiv, das mit dem Schaffen des Meisters bestens vertraut ist. Leider versagt die Tontechnik ihre Unterstützung und produziert ein kontraproduktives, relativ diffuses Klangbild. Von wenig musikalischem Gespür der Editoren zeugen leider auch die teils irritierend kurzen Pausen zwischen den einzelnen Stücken. Zwar enthält das Beiheft adäquate Informationen zu den eingespielten Werken (dreisprachig englisch, deutsch und ungarisch), doch hat man wieder einmal am falschen Ende gespart: Es fehlen jegliche Auskünfte über die Interpreten der CD und eine Übersetzung der Werktexte ins Deutsche – in letzter Zeit leider ein Dauer-Manko des Budapester Labels.

Heinz Braun [09.05.2008]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Zoltán Kodály
1Az énklö ifjúságboz 00:01:42
2Naphimnusz 00:01:42
3Békesség-óhajtás 00:03:22
4Magyarország címere 00:01:14
5Mohács 00:07:11
6Media in vita in morte sumus 00:03:56
7LaMarseillaise 00:02:28
8Jelige 00:01:49
9Stabat Mater 00:01:48
10Sik Sándor Te Deuma 00:05:07
11Jövel, Szentlélek Úristen 00:01:45
12Zrínyi szózata 00:19:20
13Gyászének 00:02:57
14Óda a muszikához 00:04:54
15Az 50, genfi zsoltár 00:07:00

Interpreten der Einspielung

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