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CD-Besprechung

Hungaroton HCD 32445

1 CD • 79min • 2006

11.01.2008

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Vom wunderbaren Klang, von den bautechnischen Besonderheiten des Doppelflügels der Fabrikation Pleyel ist an dieser Stelle bereits ausführlich berichtet worden (siehe Rezension Hungaroton HDVD 32446). Inzwischen sind mit dem ungarischen Klavierduo Monika Egri und Attila Pertis mehrere CD-Einspielungen erschienen, die in verschiedensten Repertoire-Bereichen (Massenet, Franck, Saint-Saëns, Chopin, Thalberg, Liszt, Herz, Moscheles, Rossini) die Qualitäten dieses Janus-Instruments belegen – und auch das perfekt fusionierte, zugleich eigenständige Können der Interpreten. Wenn ich nun in Anbetracht und nach eifriger Hörlektüre der jüngsten Einspielung unter dem Motto „Norwegische Melodien“ nicht in ungeschmälerten Jubel ausbreche, dann liegt das einzig und allein an den nicht durchwegs attraktiven, in manchen Passagen etwas dünnhäutigen, zumal für ein verdoppeltes Klavierspiel vergleichsweise unscheinbaren Stücken. Zu Recht haben Egri & Pertis 2007 auf die Grieg-Feierlichkeiten reagiert und aus dem Katalog der tänzerischen, elegischen und volkstümlichen Arbeiten das Beste herausgesucht, aber irgendwann möchte man dann doch einmal die Hände im virtuosen Wechselspiel fliegen hören, so wie man es in den erprobten originalen Duo-Werken führender Autoren gewohnt ist. Das heißt: Es kommen in dieser akustischen Verbeugung vor der skandinavischen Musikkultur Marke Norwegen durchaus auch lebendige Partien vor. So im Verlauf der beiden Walzer-Capricen op. 37, in bekanntermaßen kraftvoll-festlicher, von der Solo-Ausgabe verbürgter Manier des Hochzeitszuges op. 19,2, aber ich vermochte etwa in den knapp 20 Minuten der Tänze op. 35, mehr noch bei den Sinfonischen Stücken op. 14 den Wunsch nicht unterdrücken, einem echten Orchester in die nordische Landschaft zu folgen.

Bestärkt in den leisen Zweifeln an der literarischen Triftigkeit dieser Edition wird man dadurch, dass die Werkreihen op. 35 und op. 37 ursprünglich für Klavier zu vier Händen publiziert worden sind. Die Nordischen Weisen op. 63 sind im Original für Orchester konzipiert, lediglich die in ihrer Substanz kaum zu überschätzenden Variationen op. 51 wurden von Grieg für Klavierduo an zwei Instrumenten komponiert.

Ein Hinweis über den aktuellen CD-Gegenstand hinaus sei in diesem Zusammenhang erlaubt. Ende des vergangenen Jahres verstarb in Budapest der Komponist Jenö Pertis (Jg. 1939), der Vater von Attila Pertis. Knapp vor seinem Tod erschien bei Hungaroton eine CD (HCD 32436) mit unterschiedlich besetzten, zwischen 1982 und 2003 entstandenen Werken. Mitglieder des ungarischen Rundfunkchores, der junge Geiger Barnabás Kelemen, die Cimbalom-Virtuosinnen Márta Fábián und Ágnes Szakály, Monika Egri, Attila Pertis und u.a. das Neue Budapester Streichquartett teilen sich in die von besten ungarischen Traditionen geprägten Aufgaben.

Vergleichsaufnahmen: Kölner Klavierduo (op. 14 und op. 35: Berlin classics 0017072); Beyer – Dagul (op. 35: Four Hands Music FHMD 9673); Grau – Schumacher (op. 37: col legno WWE 20103).

Peter Cossé † [11.01.2008]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Edvard Grieg
1Norwegische Tänze op. 35 00:18:34
5Zwei Sinfonische Stücke op. 14
7Zwei nordische Weisen op. 63 00:10:07
9Brautzug im Vorüberziehen op. 19 Nr. 2 00:03:31
10Walzer-Caprices op. 37 00:11:35
12Alte Norwegische Romanze mit Variationen op. 51 00:23:04

Interpreten der Einspielung

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