Anzeige

Teilen auf Facebook RSS-Feed Klassik Heute
Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

CD • SACD • DVD-Audio • DVD Video

CD-Besprechung

Naxos 8.557738

1 CD • 70min • 2004

04.08.2006

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Das erste Violinkonzert ist mit Abstand das Anrührendste und Beste, was ich bisher von Hans Werner Henze gehört habe. Kaum zu glauben, das zwischen diesem erstaunlichen, mitreißenden Werk des 21jährigen von 1946 und dem dritten Konzert von 1997 fünfzig Jahre liegen. Beides sind vitale, vielseitige und beziehungsreiche Stücke, die der Solo-Violine erlauben, ein ungemein breites Ausdrucksspektrum zu zeigen. Der Dirigent der Aufnahme, Christopher Lyndon-Gee, bemüht sich in seinem kundigen Booklet-Text zu zeigen, das Henze sich für das dritte Konzert von einem Roman inspirieren ließ. Ich glaube jedoch, daß es sich gar nicht um ein Original von Henze, sondern ein Stück von Adrian Leverkühn handelt, dessen Leben Thomas Mann in Dr. Faustus schilderte – um jenes Violinkonzert, das Leverkühn dem Geiger Rudi Schwerdtfeger auf den Leib schreiben wollte. Man muß Manns Faustus nur noch einmal lesen. Die drei Sätze porträtieren Esmeralda, den Archetyp einer Hure, Nepomuk, Leverkühns kleinen Neffen, und im Finale Rudi S. selbst. Leverkühn schrieb von dem Violinkonzert als einem “platonischen Kind”, das er mit Schwerdtfeger zeugen wollte. Das nunmehr von Henze 1997 in die Welt gesetzte Kind faßt die Entwicklung des Violinkonzerts im 20. Jahrhundert durch verschiedene Anklänge und Zitate eindrucksvoll zusammen – eine Rückschau kurz vor dem Millennium. In dem Geiger Peter Sheppard Skærved, der seit fast 20 Jahren zum Henze-Kreis gehört, finden die Werke einen hingebungsvollen, mehr als kundigen Interpreten. Das Radiosinfonieorchester Saarbrücken spielt unter Christopher Lyndon-Gee mit Feuereifer. Als Zugabe enthält die CD die fünf Nachtstücke für Violine und Klavier, die Henze Peter Sheppard Skærved und Aaron Shorr 1990 auf den Leib geschrieben hat. Der Klang hat große dynamische Bandbreite, viel Farbe und Räumlichkeit; allerdings klingt die Orchesterproduktion vom Saarländischen Rundfunk besser als die aus England stammende Aufnahme der Nachtstücke, in der das Klavier zu sehr dominiert.

Dr. Benjamin G. Cohrs [04.08.2006]

Anzeige

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Hans Werner Henze
1Violinkonzert Nr. 1
2Violinkonzert Nr. 2
3Fünf Nachtstücke für Violine und Klavier

Interpreten der Einspielung

Vorherige ⬌ nächste Rezension

13.04.2004
»zur Besprechung«

 / Marco Polo
/ Marco Polo

Das könnte Sie auch interessieren

16.11.2006
»zur Besprechung«

 / OehmsClassics
/ OehmsClassics

29.09.2006
»zur Besprechung«

 / OehmsClassics
/ OehmsClassics

23.11.2005
»zur Besprechung«

 / Naxos
/ Naxos

13.04.2004
»zur Besprechung«

 / Marco Polo
/ Marco Polo

Anzeige

Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Anzeige