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CD-Besprechung

Naxos 8.557815

1 CD • 71min • 2005

28.11.2006

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Ende Oktober 1777 berichtete Wolfgang Amadé Mozart seinem Vater brieflich von einem Konzertauftritt in dessen Heimatstadt Augsburg: „Ich machte eine Sinfonie und spielte auf der Violin das Konzert ex B vom Vanhall, mit allgemeinem applauso…“ Johann Baptist Vanhal (1739-1813) genoß offensichtlich bei seinem jungen Komponistenkollegen Ansehen, denn eine eigene Komposition für den Anlass zu liefern wäre dem 21-jährigen Meister sicher nicht schwer gefallen; stattdessen legte er die Noten für Vanhals Konzert ins Reisegepäck.

Von Vanhals Lebenslauf ist wenig überliefert, doch kristallisiert sich aus den wenigen Daten insofern eine erfolgreiche Laufbahn heraus, dass es ihm gelungen ist, vom Sohn leibeigener Bauern zum selbständigen Virtuosen und Komponisten aufzusteigen. Unabhängigkeit ist für manche Musiker seiner Generation ein Wunschtraum geblieben; man denke nur an den sieben Jahre älteren Haydn, der erst als Sechzigjähriger unabhängig über sein Leben verfügen konnte, vorher erlegte ihm seine Stellung als Kapellmeister des Fürsten Eszterhazy Beschränkungen auf. Auch Mozarts Traum von der Wiener Freiheit war schnell ausgeträumt und er strebte stets nach einem festen und einträglichen Amt, nachdem der erste Rummel um ihn als Modeerscheinung des Wiener Musiklebens sich zu legen begann.

Das von Mozart in Augsburg vorgetragene Violinkonzert entstand wie die beiden Schwesterwerke dieser CD im Jahr 1772. Sie folgen alle drei einem populären Schema, das ihnen in weiten Kreisen von den Freunden galanter Töne bis zu geistig aufgeschlosseneren Musikliebhabern Beifall sichern konnte: Gute thematische Einfälle werden geistvoll umgesetzt, ohne den Horizont eines gebildeten Publikums zu überfordern – die Werke unterhalten auf hohem Niveau, ohne durch allzu unerwartete Wendungen zu verstören. Besonderes die langsamen Mittelsätze warten mit stimmungsvollen Klangbildern auf, die auch heute noch bezaubern können.

Takako Nishizaki gehört zur stillen Elite der Violinisten: die Gewinnerin zahlreicher Wettbewerbe, Partnerin großer Musiker und Solistin von mehr als hundert Einspielungen hat niemals Wert auf spektakuläre Titelfotos in eng anliegenden Konzertroben gelegt. Selbstdarstellung ist nicht ihre Sache, und hierin gleicht sie ganz und gar dem Dirigenten der vorliegenden CD; auch Helmut Müller-Brühl weiß sich immer mehr dem Kunstwerk als der Wirkung seiner Person verpflichtet.

So führt diese CD den Komponisten, die Solistin und den Dirigenten zu einer außerordentlichen Harmonie zusammen, und es bleibt dem (unbescheidenen) Hörer zum Schluss nur noch ein Wunsch offen: Manchmal hätte ein ganz klein wenig mehr Pep sein dürfen.

Detmar Huchting [28.11.2006]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johann Baptist Vanhal
1Violinkonzert G-Dur Weinmann IIb:G3
2Violinkonzert G-Dur Weinmann IIb:G1
3Violinkonzert B-Dur Weinmann IIb:Bb1

Interpreten der Einspielung

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