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CD-Besprechung

Naxos 8.557298

1 CD • 60min • 2003

12.01.2006

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Giovanni Battista Sammartini war ein typischer Vertreter jener Meister, die während längst vergangener Musikepochen einiges geleistet haben, jedoch von Musikgeschmack und Zeitgeist überholt wurden und heute im gängigen Konzertrepertoire selten vertreten sind, im Falle Sammartinis (wirklich) „zu Unrecht“. Einen Großteil seiner Lebenszeit (ca. 1700-1775) verbrachte der Italiener in Mailand und hatte großen Anteil an der musikalischen Profilierung seiner Heimatstadt. Dort trat er mit vielen Größen seiner Zeit in Kontakt (Mozart, J. Chr. Bach, Boccherini, Cannabich, Gluck) bzw. sie mit ihm. Seine Sinfonik – für die Entwicklung der Konzert-Sinfonie der Klassik insgesamt von enormer Bedeutung – ist mit sechs Beispielen Gegenstand der Naxos-Produktion des Aradia-Ensembles unter seinem Konzertmeister und künstlerischen Leiter Kevin Mallon.

Die eingespielten Sinfonien entstammen Sammartinis frühen und mittleren Schaffensjahren und damit ungefähr der Zeit des ästhetischen Übergangs vom Barock zur Klassik. Die vier frühen Sinfonien (eigentlich Sinfonias und somit keine Sinfonien im Verständnis der Klassik) in c-Moll, D-Dur, F-Dur und d-Moll zeigen noch typisch barocke Elemente (Continuo-Gruppe mit Cembalo, langsame Sätze in Arioso-Form, Melodik mit Ritornell- statt Themencharakter). Tonangebend sind stets die hervorragend aufgelegten Violinen, denen die übrigen Instrumente lediglich ein harmonisches und rhythmisches Gerüst vorgeben. Sammartinis Ansätze zur späteren Sonatenform hat Mallon in den Ecksätzen durch sehr klare Strukturierung und konsequente melodische Phrasierung gut herausgearbeitet, ohne dass die ohnehin äußerst kurzen Stücke zerfallen. Die Spielfreude der gut aufeinander eingespielten Musiker steckt hier am meisten an. Eine regelrechte Entdeckung sind jedoch die mit Gefühl aber ohne Übertreibung musizierten langsamen Mittelsätze. Sammartinis empfindsame Melodik steht hier in schärfstem Kontrast zur Virtuosität und Leichtigkeit der übrigen Teile und bekommt durch Mallons bedachte Führung echte Dramatik. Die beiden späteren – der Klassik näher stehenden – Sinfonien verzichten auf das Cembalo und erhalten durch Hörner bzw. Trompeten einen neuen klanglichen Akzent. Der Gesamtklang dieser Einspielung auf historischen Instrumenten ist selten zurückhaltend sondern voluminös und zupackend, was der Transparenz der ohnehin höchstens vierstimmigen Sätze hin und wieder schadet. Das Gesamturteil fällt aber, aufgrund des musikhistorisch hohen Repertoire-Wertes der Stücke und anregenden Interpretation der Kanadier, eindeutig positiv aus.

Tobias Gebauer [12.01.2006]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Giovanni Battista Sammartini
1Sinfonie A-Dur J-C 62
2Sinfonie c-Moll J-C 9
3Sinfonie D-Dur J-C 16
4Sinfonie F-Dur J-C 36
5Sinfonie d-Moll J-C 23
6Sinfonie C-Dur J-C 4

Interpreten der Einspielung

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