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CD-Besprechung

K. Hakola

Ondine 1 CD ODE 1063-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 22.02.06

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Ondine ODE 1063-2

1 CD • 59min • 2000, 2005

Angesichts der – an seiner Einwohnerzahl gemessen – überaus hohen Dichte von künstlerischen Begabungen könnte man fast meinen, Finnland sei eine Wiege der Musik. Die vorliegende CD scheint diese Vermutung zu bestätigen. Es ist beispielhaft, wie in den skandinavischen Ländern mit Hilfe der nationalen Musikinformationszentren und weiterer staatlicher Institutionen Komponisten gefördert und unterstützt werden. Auch die CD-Labels der Nordländer werden nicht müde, zeitgenössische Musik zu propagieren. Tu felix Finlandia…

Ondine legt hier in beeindruckenden Einspielungen drei Werke von Kimmo Hakola (Jahrgang 1958) vor. Das mit 40 Minuten Spieldauer zentrale Stück der CD ist Hakolas 2001 komponiertes Klarinettenkonzert. Mit einer kraftvollen, motorischen Toccata wirft der Komponist den Hörer sofort in medias res und überrascht später mit einer spielerischen, haarsträubend virtuosen Solokadenz; der zweite Satz wirkt zunächst geheimnisvoll, wie in fahles Licht getaucht, bevor sich romantisierende und balladeske Episoden herauskristallisieren. Der feurige, rhythmisch prononcierte dritte Satz speist sich aus verschiedenen Quellen, der Jazz-Rock-Ballade ebenso wie der orientalischen Volksmusik und dem Klezmer. Das Finale, zu dessen Beginn die Orchestermusiker auch einmal vokal lärmen dürfen, erweist sich als tänzerische Hommage an die Klezmer-Musik und gewährt dem Solisten in zahlreichen Zwischenspielen immer wieder breiten Raum für freie Improvisation.

Kari Kriikku ist der schlichtweg phänomenale Solist, für den es scheinbar keine technischen Schranken zu geben scheint. Trotz der zweifelsohne professionellen Faktur und brillanten Instrumentation wirkt das Stück auf mich in seiner Gesamtheit etwas zu poppig und bunt. In sich runder und abgeschlossener bleibt mit seinem zentral plazierten ruhigen, ausdrucksvollen Hornsolo Hakolas 2004 entstandenes Orchesterwerk Verdoyances crépuscules. Das kurze, siebenminütige Solostück Diamond Street, quasi eine Vorstudie des Klarinettenkonzertes, wäre dramaturgisch sicher geschickter direkt vor oder nach diesem erklungen. Das Finnische Rundfunk-Sinfonieorchester unter Sakari Oramo leistet grundsolide Arbeit, deren Qualität jedoch vom nur recht wenig gestaffelten Klangbild etwas beeinträchtigt wird. Dennoch: Für Fans der zeitgenössischen Musik Skandinaviens allemal eine originelle, hörenswerte Platte.

Heinz Braun [22.02.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 K. Hakola Konzert für Klarinette und Orchester (2001)
2 Hidden Songs (2004)
3 Diamond Street für Klarinette solo (1999)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Kari Kriikku Klarinette
Finnish Radio Symphony Orchestra Orchester
Sakari Oramo Dirigent
 
ODE 1063-2;0761195106327

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