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CD-Besprechung

Warner Classics 2564 62514-2

1 CD • 66min • 2005

05.12.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Seinem Namen alle Ehre macht wieder einmal die Hoffnung der jungen britischen Geiger-Generation, Daniel Hope. Gemeinsam mit Antonio Meneses am Cello und Pianist Menahem Pressler im Beaux Arts Trio verbunden, hat er sich der beiden Klaviertrios von Shostakovich angenommen und mit dem hier vorgestellten Ergebnis einen gewichtigen Beitrag zur Diskographie geleistet – genau rechtzeitig veröffentlicht im Schnittpunkt der beiden Gedenkjahre (25. Todestag 2005, 100. Geburtstag 2006).

Weich und grüblerisch kommt das Trio Nr. 1 c-Moll op. 8 aus dem Jahr 1923 daher, introvertiert gespielt, doch zugleich von innen glühend. Die klassische Anmut des Musizierens wird zwei Seiten des Werkes besonders gerecht, der intensiven Beschäftigung Schostakowitschs mit Beethoven und Brahms sowie der an den frühen Scriabin erinnernden russischen Melancholie. Auch der Charakter des ganz anders gestrickten, sinfonische Ansprüche erfüllenden zweiten Trios op. 67 aus den letzten Jahren des zweiten Weltkriegs wird hervorragend getroffen – karg und spröde, mit dramatischen Ausbrüchen und drastischen Kontrasten. Autor Andrew Huth erinnert in seinem Booklet-Text daran, daß Schostakowitsch hier nicht zuletzt auch die wachsende Aufklärung über das Ausmaß des Holocaust zum Ausdruck bringen wollte: Im zweiten Satz spiegelt sich das Entsetzen wider angesichts eines Berichts, wonach Juden noch tanzen mußten, bevor sie in die Gaskammer geschickt wurden. Das Beaux Arts Trio spielt diesen Satz (Track 3), den man oft allzu sorglos und heiter im Konzertsaal hören kann, endlich einmal mit der angemessenen unterschwelligen Bedrohlichkeit. Umso stärker wirkt das Memento Mori der attacca folgenden Klavier-Akkorde, die genau diesen Vorgang illustrieren (Anfang Track 4).

Ergänzt werden diese beiden gegensätzlichen Werke um die sieben Romanzen nach Versen von Aleksandr Blok op. 127 für Sopran und Klaviertrio (1966/67), hier von Joan Rodgers mit einem angemessenen, herb-dunklen Timbre vorgetragen. Insgesamt musikalisch eine Sternstunde. Schade nur, daß der Klang der Produktion so weich gezeichnet ist: Etwas mehr Schärfe, Körnung und Biss hätten gut getan; das schmälert den Gesamteindruck entscheidend.

Dr. Benjamin G. Cohrs [05.12.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Dimitri Schostakowitsch
1Trio Nr. 1 c-Moll op. 8 für Violine, Violoncello und Klavier
2Trio Nr. 2 e-Moll op. 67 für Violine, Violoncello und Klavier (In memoriam Iwan Sollertinski)
3Sieben Romanzen op. 127 für Sopran, Violine, Violoncello und Klavier (nach Gedichten von Alexander Blok)

Interpreten der Einspielung

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