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CD-Besprechung

Scottish Fantasies for Violin and Orchestra

Scottish Fantasies for Violin and Orchestra

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 11.08.05

Klassik Heute
Empfehlung

Cedille CDR 90000 083

2 CD • 82min • 2004

Die rührige amerikanische Geigerin Rachel Barton Pine rückt Max Bruchs Schottische Fantasie in einen bisher wenig beachteten Kontext. Sie stellt dem populären Stück weitere auf schottischen Volksmelodien basierende Werke des ausgehenden 19. Jahrhunderts an die Seite, die bisher weitgehend unbekannt waren. Eine Schlüsselrolle für die Entstehung des schottisch inspirierten Repertoires spielte der spanische Geiger Pablo de Sarasate, der ein großes Faible für die schottische Folklore besaß. Bruchs Fantasie geht ebenso auf seine Anregung zurück wie die Pibroch Suite des eminenten schottischen Komponisten Sir Alexander Mackenzie (1847-1935), die Sarasate 1889 in Leeds unter Mackenzies eigener Leitung uraufführte. Das unverbrauchte Meisterwerk des auf dem Kontinent stark unterbewerteten Komponisten bildet das zweite Hauptstück der Veröffentlichung.

Sarasate selbst ist als Komponist mit seinen wirkungsvollen Airs écossais vertreten, einem würdigen Gegenstück zu den berühmten Zigeunerweisen. Noch stärker kommt das schottische Flair zum Tragen in der Rhapsodie Prince Charlie von Sir Blackwood McEwan (1868-1948), dem Nachfolger Mckenzies als Direktor der Royal Academy of Music. Sie bezieht ihren Namen von den verarbeiteten traditionellen Liedern, die dem schottischen Volkshelden Charles Edward Stuart gewidmet sind.

Zur Vorbereitung der in der Edinburger Usher Hall aufgenommenen CD sicherte sich Rachel Barton Pine die Unterstützung des renommierten schottischen „Fiddlers“ Alasdair Fraser, der nicht nur die zugrunde liegenden Melodien identifizierte, sondern auch die Geigerin in die traditionelle Spielweise einführte, was ihrer Wiedergabe der Bruch-Fantasie einen ungemein frischen, authentischen „Scottish Flavour“ verleiht. Pine und Fraser sind abschließend in einem eigenen kurzen Medley vereint zu hören. Einblicke in die Zusammenarbeit gibt eine kleine Video-Dokumentation auf der zweiten CD, die am Computer unter Windows abzuspielen ist – natürlich nur auf Englisch, wie auch die ausführlichen, interessanten Texte im großzügig mit Fotos ausgestatteten Begleitheft. Die deutsche Übersetzung dazu muss sich der interessierte Leser aus dem Internet fischen...

Sixtus König † [11.08.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 M. Bruch Schottische Fantasie Es-Dur op. 46 für Violine und Orchester
2 P. de Sarasate Air écossais op. 34
3 A.C. Mackenzie Pibroch Suite op. 42
4 J.B. McEwen Scottish Rhapsody op. 42 (Prince Charlie)
5 Trad. Medley of Scots Tunes

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Rachel Barton Pine Violine
Alasdair Fraser Fiddle
Scottish Chamber Orchestra Orchester
Alexander Platt Dirigent
 
CDR 90000 083;0735131908320

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