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CD-Besprechung

Johan Schenck L'Écho du Danube

Hungaroton HCD 32287

1 CD • 65min • 2004

18.05.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Johannes Schenck war sicherlich einer der bedeutendsten Gambenvirtuosen und -komponisten des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts. Seine Publikationen tragen oft poetische Titel, so auch das Opus 9, das um 1706 in Amsterdam als Echo du Danube erschien. Über dessen Bedeutung schweigt sich der Einführungstext der vorliegenden Produktion aus. Lorenz Duftschmid (cpo CD 999 682-2) vermutet, Schenck habe 1705 eine Wienreise in der Hoffnung unternommen, am kaiserlichen Hof einen Posten zu bekommen, was nach dem plötzlichen Tod Leopolds I. aussichtslos geworden sei. Schenck sei daher nach Düsseldorf zurückgekehrt und habe seinem unerfüllten Traum vom Glück in der Donaumetropole im Titel seiner nächsten Veröffentlichung einen sanften Nachklang gesetzt. Duftschmids Vermutung erhält Plausibilität durch die Tatsache, daß sich die Autographe dieser Stücke in der Wiener Albertina Schencks befinden.

Wie auch immer, es handelt sich hierbei um sechs fünf- bis neunsätzige Sonaten für Gambe und Basso continuo, welche die Formen der italienischen Kirchensonate mit denen der französischen Suite kombinieren. In den gesanglichen langsamen Sätzen, aber auch in der prächtigen Fuge aus Nr. 1 (Tr. 5) scheint Arcangelo Corelli das Vorbild zu sein, jener Corelli, der Schencks Dienstherrn, dem pfälzischen Kurfürsten, seine Concerti grossi widmen sollte. Und diese Italianità kommt in Sándor Szászvárosis Spiel sehr gut zur Geltung: Die Linien erhalten Spannkraft und Kantabilität, die schnellen Sätze strahlen Selbstbewußtsein aus, das akkordische Spiel wirkt souverän, selbst in so heiklen Tonarten wie Es-Dur und fis-Moll. Die tief registrierten Sonaten Nr. 3 und 4 begleitet Angelika Csizmadia allein auf dem Cembalo; in den ersten beiden Sonaten, die den Solisten in höhere Lage schicken, liefert Nóra Kallai auf einer zweiten Gambe das tragfähige Fundament. Zwei Sonaten des Echo du Danube fehlen noch – Fortsetzung erwünscht!

Theodor Schliehen [18.05.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johann Schenck
1Sonate Nr. 1 D-Dur
2Sonate Nr. 4 Es-Dur
3Sonate Nr. 2 a-Moll
4Sonate Nr. 3 fis-Moll

Interpreten der Einspielung

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