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CD-Besprechung

Richard Wagner Tristan und Isolde (Highlights)

Richard Wagner<br />Tristan und Isolde (Highlights)

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 09.02.05

OehmsClassics OC 602

1 SACD • 65min • 2003

Wagner ist seit ihrem Debüt als Senta 1976 in Gelsenkirchen Deborah Polaskis musikalischer Hausgott geblieben; mit Wagner und in der Wagner-Hochburg Bayreuth hat sie 1988 im Harry-Kupfer-Ring auch ihren internationalen Durchbruch geschafft. Auf dem Grünen Hügel ist die Amerikanerin seitdem eine der meist eingesetzten hochdramatischen Sopranistinnen gewesen. Auch Wagners Isolde steht bereits seit 1983 auf Deborah Polaskis Rollenverzeichnis, in Dresden, Salzburg, Tokio und Barcelona hat sie mit dieser Partie reüssiert. Im Gegensatz zu ihren Rollenrivalinnen Jane Eaglen und Deborah Voigt, deren Sopranstimmen höher gelagert sind, zählt Polaski zu den hochdramatischen Sopranen mit voller Mittellage und guter Tiefe, ohne wesentliche Abstriche in der Höhe. Lediglich in den absoluten Extremtönen, die von ihr kürzer und vorsichtiger genommen werden, merkt man ihr an, dass ein hohes H oder C nicht zu ihren Lieblingsnoten gehören. Zu den Vorzügen der Sängerin sind auch ihre artikulatorische Präzision und ihre sorgfältige, sprachbewusste Textbehandlung zu rechnen. Was indes Deborah Polaski fehlt, und was auf CD – ohne die Unterstützung des optischen Eindrucks – umso deutlicher hörbar ist, das sind die stimmdarstellerischen Fähigkeiten einer Waltraud Meier. Sie verfügt geradezu perfekt über jene vokale Suggestions- und Imginationskraft, die man „face in the voice“ genannt hat. Gewiss, die Amerikanerin singt alle Noten, beachtet Vortragsbezeichnungen und lässt rein musikalisch kaum Wünsche offen, doch wirkt ihr Vortrag stets emotional gebremst, gelangt nicht zu einer rückhaltlosen Identifikation mit der porträtierten Figur und vermittelt beim Hörer dadurch eine gewisse Glätte, Kühle und Reserviertheit. Noch stärker treten diese Defizite allerdings bei der – viel und lyrisch und zu hell im Stimmtyp – (fehl)besetzten Heidi Brunner als Brangäne hervor, die sich in keinem Moment als ebenbürtige Partnerin und Gefährtin der Isolde profilieren kann. Ein sehr sorgfältiges, in den Tempi und den Akzenten genau austariertes Dirigat steuert Bertrand de Billy bei. Man würde sich wünschen, von ihm einmal eine komplette Wagner-Oper zu erleben. Mit seinem exzellenten Don-Carlos-Dirigat jüngst in Wien hat er ja bereits bewiesen, dass er auch für großformatige Opern über die erforderliche weitblickende Dispositionsgabe verfügt.

Kurt Malisch † [09.02.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 R. Wagner Vorspiel 1. Akt
2 Weh, ach wehe! Dies zu dulden (1. Akt, 3. Szene: Brangäne, Isolde)
3 Vorspiel (2. Akt)
4 Hörst du sie noch? Mir schwand schon ferner Klang (2. Akt, 1. Szene: Isolde, Brangäne)
5 Vorspiel 3. Akt
6 Ha! Ich bin's, ich bin's, süßester Freund (3. Akt, 3. Szene: Isolde)
7 Isoldes Liebestod

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Deborah Polaski Isolde - Sopran
Heidi Brunner Brangäne - Mezzosopran
Radio-Symphonieorchester Wien Orchester
Bertrand de Billy Dirigent
 
OC 602;4260034866027

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