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CD-Besprechung

J.L. Eybler • I. Pleyel

Hungaroton 1 CD HCD 32219

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 26.01.05

Hungaroton HCD 32219

1 CD • 68min • 2004

Viele Komponisten vergangener Epochen sind uns heute weniger ihrer Werke als ihrer Kontakte wegen bekannt. Zum Beispiel Albrechtsberger als einer der Lehrer Beethovens, Salieri als der (Nicht-)Mörder Mozarts oder eben Joseph Eybler (1765-1846). Eybler, ein Schüler Haydns, steht insofern ebenfalls mit Mozart in Verbindung, als Constanze Mozart ihm noch vor Süßmayr anbot, das unvollendete Requiem fertig zu stellen. Eybler, der nach dem Tode Salieris Kapellmeister der kaiserlichen Hofkapelle wurde, lehnte ab und wurde so zu einer Fußnote der Musikgeschichte.

Ignace Pleyel, wie Mozart 1757 geboren (gestorben 1831), befand ebenfalls im Dunstkreis von Haydn – er war entfernt mit Joseph und Michael Haydn verwandt.

Die vier Werke dieser CD kann man der gehobenen Unterhaltungsmusik zuschreiben. Alle Stücke strhalen eine Ausgeglichenheit und Entspanntheit aus, die heute leider kaum mehr anzutreffen ist. Sie besitzen nicht den Tiefgang Mozart’scher Kammermusik oder den intelligenten Witz Haydns, sind aber spannend und im besten Sinne unterhaltsam geschrieben.

Das sich aus dem ungarischen Starviolinisten Vilmos Szabadi und den beiden Wiener Philharmonikern Elmar Landerer und Róbert Nagy zusammensetzende Belvedere Trio spielt die Musik mit volksmusikantischer Spiellaune und mit ausgesprochenem Charme. Daß durch die Frische dieser Interpretationen manch kleines Detail nicht bis ins Letzte ausgearbeitet ist, kommt der Musik nur entgegen. Totale Perfektion wäre hier Manierismus.

Schon der Beginn von Eyblers Trio in C-Dur zeigt die Haltung dieser Musik. Der sanfte, kantable Beginn gleicht einer ebenso galanten wie schmeichelnden Verbeugung. Die Musik scheint lächelnd den Hörraum zu betreten, um kurz danach ihr ganzes Feuer zu entfachen.

Im Gegensatz zum viersätzigen Trio von Eybler, welches komplexe Satztechniken verwendet, sind die Trios von Pleyel einfacher gehalten. Auch sie werden sehr locker und entspannt gespielt, ohne künstlichen Tiefgang vorzutäuschen.

Die Klangqualität ist ausgesprochen sauber. Die drei Instrumente sind stimmig im Raum verteilt, lediglich die Atmung (?) der Musiker stört etwas den Hörgenuss.

Unbefriedigend ist hingegen die äußere Gestaltung dieser CD. Das Cover bewegt sich nahe am Kitsch, das Foto der drei Musiker hat die Qualität schlechter Urlaubsschnappschüsse. Schade, diese Musik hätte eine bessere Hülle verdient.

Robert Spoula [26.01.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.L. Eybler Streichtrio C-Dur op. 2
2 I. Pleyel Streichtrio op. 11 Nr. 1
3 Streichtrio op. 11 Nr. 2
4 Streichtrio op. 11 Nr. 3

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Belvedere Trio Wien Streichtrio
 
HCD 32219;5991813221926

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