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CD • SACD • DVD-Audio • DVD Video

CD-Besprechung

Carl Schuricht

Beethoven • Schumann

SWRmusic 93.141

1 CD • 70min • 1952, 1959

10.01.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 5
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Carl Schuricht (1880–1967) gehörte zu den prägenden Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Von 1912 bis 1944 Musikdirektor der Stadt Wiesbaden, dirigierte er seit den späten zwanziger Jahren auch die Berliner Philharmoniker und gastierte im europäischen Ausland und den USA. Nach dem Krieg wollte er sich nicht mehr fest an ein Orchester binden, sondern war ausschließlich Gastdirigent bei verschiedenen international angesehenen Orchestern. Außerdem war er regelmäßiger Gast der großen und bedeutenden deutschen Rundfunkorchester. Mit dem Sinfonieorchester des Süddeutschen Rundfunks (Radio-Sinfonieorchester Stuttgart), das er zum ersten Mal im November 1950 dirigierte, verband ihn eine fruchtbare, 16 Jahre währende Zusammenarbeit. Im März 1966, wenige Monate vor seinem Tod, stand er zum letzten Mal am Pult der Sinfoniker. Schuricht, der in Stuttgart regelmäßig zwei bis drei Abonnementskonzerte leitete und mit dem Orchester außerdem viele Werke aufnahm, genoß höchstes Ansehen bei den Musikern. Er verstand es „seine musikalische Intelligenz, sein Können, seine Vorstellung von einem Werk unmittelbar zu übertragen auf die Künstler, die mit ihm arbeiteten“, wie ein ehemaliger Musiker des Orchesters es formulierte.

Im Archiv des Südwestrundfunks Stuttgart lagern insgesamt 125 Tondokumente, die zugleich als ein interpretatorischer Nachlass dieses großen Dirigenten gelten dürfen. Dabei ist Schuricht der Interpret eines breiten Repertoires, nicht nur der Klassik und Romantik, sondern auch von Zeitgenossen, bekannteren wie unbekannteren. Der Südwestrundfunk und Hänssler Classic bringen nun eine Serie von Aufnahmen heraus, die zum einen Schurichts interpretatorischen Rang wie auch die so fruchtbare Zusammenarbeit mit den Stuttgartern belegen.

Die Serie eröffnen Sinfonien von Beethoven und Schumann. Beethovens Siebte wird bewegt bis drängend musiziert, Schumanns Zweite kann man (wie Giuseppe Sinopoli gezeigt hat) nervös, vibrierend und sehr drängend musizieren. Schuricht wählt einen anderen Weg, nimmt das Werk durchweg bewegt und kraftvoll, aber nie rasend schnell (2. Satz) oder drängend (4. Satz). Diesen Aufnahmen wie auch den einer weiteren Produktion mit Beethovens neunter Sinfonie und der Coriolan-Ouvertüre ist eine besondere Klarheit und Intelligenz des Musizierens eigen.

Leider entspricht der Klarheit der Interpretation nicht die der Aufnahmetechnik, obwohl sich Schumanns zweite Sinfonie von 1959 schon recht räumlich anhört. Der Klang ist zu topfig, zu flach, zu eng und zu mittenbetont. Die Bässe klingen oft sehr dumpf, das Blech hört sich mulmig an.

Dr. Helge Grünewald [10.01.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ludwig van Beethoven
1Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92 00:33:24
Robert Schumann
5Sinfonie Nr. 2 C-Dur op. 61 00:36:20

Interpreten der Einspielung

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