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CD/SACD-Besprechung

cpo 999 872-2

2 CD/SACD • 1h 26min • 2001

18.05.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

1916, also mehr als ein Jahrzehnt nach dem Sensationserfolg der Lustigen Witwe, ist diese Lehár-Operette entstanden, sie brachte es nur zu bescheidenem Erfolg, der auch durch eine Umarbeitung (Libellentanz, 1923) nicht üppiger wurde. Die Musik zum Sterngucker ist gewissermaßen Feinarbeit, sie strahlt in ihrer Melodik und der subtilen Instrumentation eine Dezenz und Vornehmheit aus, die eines niveauvolleren Librettos würdig gewesen wäre. Aber vielleicht war es gerade das Feine, Intime, das dem Stück die große Wirkung versagte. Allerdings fehlen auch die zündenden und griffigen Schlagernummern, die letzten Endes doch über Wohl und Wehe einer Operette entscheiden.

Die Story des Stücks: Ein junger Astronom namens Franz, der sich ganz in seine himmlischen Forschungen verliert und augenscheinlich das Vorhandensein des anderen Geschlechts noch nicht entdeckt hat, wird mit weiblicher List auf die Erde heruntergeholt. Kitty und Lilli betätigen sich dabei als hilfreiche, durchaus irdische Geister. Die Geschichte um den „keuschen Josef“ (so sollte die Operette ursprünglich heißen) greift ein altes Lustspielmotiv auf, das hier mit schlichtem Humor behandelt wird Der Sterngucker ist sicher kein umwerfendes Meisterwerk, doch zur Komplettierung des Lehár-Repertoires auf Tonträger kommt er sicher nicht unwillkommen. Die Aufführung (eine Ko-Produktion des Deutschlandfunks mit cpo) ist gut gelungen, es wird mit Herz und Seele gespielt und gesungen. Lothar Odinius ist mit seinem keuschen Oratorientenor die richtige Besetzung für die Hauptpartie, die beiden Sopranistinnen Claudia Rohrbach (Kitty) und Hanna Dóra Sturludóttir (Lilly) beeindrucken mit schönen Stimmen, die zweite Tenorpartie (Paul) stattet Robert Wörle mit kraftvollen Hochtönen aus, der Bariton Markus Köhler bewährt sich markant in mehreren Partien. Die Deutsche Kammerakademie Neuss unter Johannes Goritzi erweist sich als gut vertraut mit dem Wiener Operettenstil, es wird mit Charme und Elan musiziert. Die Inhaltsangabe im Kommentar ist etwas kurz ausgefallen, die Erklärungen zur Werkgeschichte sind hingegen lesenswert und informierend.

Clemens Höslinger [18.05.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Franz Lehár
1Der Sterngucker (Operette in drei Akten, 1916)

Interpreten der Einspielung

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