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CD-Besprechung

Hyperion CDA67394

1 CD • 78min • 2003

20.04.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Zu den wirkungsvollsten, schwungvollsten Etüden des aus Prag stammenden Pianisten und Komponisten Ignaz Moscheles (1794-1870) zählt die Terpsichore-Studie op. 95,10. Es handelt sich um den knappen Glücksfall einer geschmeidigen, liebevoll akzentuierten Kleinigkeit von hoher Zugabenverdächtigkeit. Eine solche unschuldige Kostbarkeit im Zusammenhang mit anderen, ja mit sämtlichen Etüden Moscheles’ hören und in den Gesamtzusammenhang des abendländischen Etüden-Schaffens generell zu stellen – dies ermöglicht nun eine besonders für Klavierenthusiasten verdienstvolle Edition mit dem stets findigen, in allen literarischen Belangen mutigen englischen Pianisten Piers Lane. Er agiert auch hier als fleißiger Vermittler von kleinen, nur gelegentlich ausgedehnten Stücken, wie etwa die immerhin sechs Minuten dauernde Etüde Zärtlichkeit op. 95,7, im virtuosen Brio etwas rumpelnd und sehr direkt in der Definition alles Kräftigen, so daß man unwillkürlich an Michael Ponti denken muß, der sich ja für manche der Etüden und für das g-Moll-Konzert von Moscheles im wahrsten Sinne des beschreibenden Wortes bereits vor vielen Jahren stark gemacht hat.

Die wie stets bei Hyperion tadellos gefertige und kommentierte Edition enthält 25 Etüden, von denen die „Modulations“-Überleitungen mit rund 10 (zehn!) Sekunden Spieldauer allenfalls einen pianistischen Augenaufschlag markieren. Vielleicht wird Piers Lanes Engagement dazu führen, jüngere, nachrückende Pianisten auf der Suche nach originellen Zugaben zu inspirieren. Eine Menge hübscher, auch anspruchsvoller Kleinkunst ist in diesen Opera zwischen 95 und 126 überliefter – und manche der Etüden-Titel (Terror, Widerspruch, Mondnacht am Seegestade) könnte dramaturgisch ehrgeizige Interpreten sogar beflügeln, diese Miniaturen in brisante klassisch-romantische Zusammenhänge zu stellen, nämlich im Umfeld der Etüden von Chopin, Liszt, Moszkowski, Rachmaninoff bis hin zu Bartók und Ligeti. Eine Anmerkung scheint mir jedoch unvermeidlich: Die CD wird unter dem Motto „Complete Concert Studies“ offeriert. Möglich, daß man den Zusatz „Vol. 1“ vergessen hat, denn es fehlen die Etüden op. 70, die Ponti auszugsweise für Vox (Candide) eingespielt hat.

Vergleichsaufnahme: Aus op. 95: Ponti (Candide LP CE 31010)

Peter Cossé † [20.04.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ignaz Moscheles
1Characteristic Studies op. 95
2Deux Études op. 98 (1840)
3Deux Études op. 105 (1841)
4Quatre Grandes Études de Concert op. 111 (1841/1843)

Interpreten der Einspielung

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