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CD-Besprechung

M. Ravel

Naxos 2 CD 8.554176-77

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 6

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 29.03.04

Naxos 8.554176-77

2 CD • 2h 02min • 1997, 1998

In seinen drei bis vier Dutzend Klavierliedern – eine präzise Zählung hängt davon ab, ob man die ursprünglich mit Orchesterbegleitung (wie Shéhérazade) oder mit Instrumentalensemble (wie die Chansons Madécasses) und die für Chor gesetzten (wie die Trois Chansons) Lieder mit einbezieht – kondensierte Maurice Ravel subtile und preziöse Bilder und Stimmungen zu prägnanten, detaillierten Miniaturen. Seine bevorzugten Texte fand er in der Fremde und Ferne, im Altertümlichen und Exotischen, im Skurril-Humoristischen und Ironischen. Seine häufige Beschäftigung mit ausländischen Volksliedern entsprang nicht folkloristischem Forscherdrang, sondern der Freude am Spielen mit ungewöhnlichen musikalischen Formen. Auf Grund seiner langsamen Reifung zum Komponisten fand Ravel erst als fast Dreißigjähriger zu einem ausgeprägten, individuellen Personalstil. Wie intensiv ihn das Lied beschäftigt hat, zeigt die simple Tatsache, dass sein erstes Werk von etwa 1893, die Ballade de la reine morte d’aimer eine „Mélodie“ ist und auch sein letztes, der 1932-3 entstandene dreiteilige Zyklus Don Quichotte à Dulcinée. Warum in dieser Edition mit 41 Titeln ausgerechnet auf die Trois poèmes de Mallarmé verzichtet wurde, denen Ravel 1913 einen seiner größten Erfolge zu verdanken hatte, dafür aber die drei ursprünglichen Chorlieder Trois chansons – in falscher Reihenfolge – enthalten sind, muss das Geheimnis des Produzenten bleiben; Platz wäre auf jeder der beiden CDs genug dafür gewesen. Auch sonst wirkt einiges unausgegoren bzw. halbherzig. Nicht selten zeigen die Sänger Intonationsprobleme, etwa Gérard Théruel im Chanson française, Valérie Millot in Trois chansons oder Laurent Naouri in Don Quichotte à Dulcinée. Das Spiel des eigentlich präzis und imaginativ begleitenden Pianisten David Abramovitz ist zu distanziert eingefangen, der Klavierpart hat dadurch viel zu wenig Präsenz. Allerdings sind die Tempi fast ausnahmslos viel getragener, als sie Ravel vorgesehen hat. In einigen wichtigen Fällen lässt sich dies durch Aufnahmen belegen, die noch unter der Überwachung durch den Komponisten entstanden sind, etwa Martial Singhers Interpretation des Don Quichotte-Zyklus oder Madeleine Greys Einspielung der Chansons madécasses. Aber an Sängernamen wie diese – die zu ergänzen wären um überragende Ravel-Interpreten wie Jane Bathori, Pierre Bernac, Charles Panzéra – darf man ohnehin nicht denken, beurteilt man die hier gebotenen mäßigen Leistungen. Am meisten überzeugt noch die Mezzosopranistin Claire Brua, die aus der Ausdrucksblässe ihrer Kolleg(inn)en wenigstens ab und zu herausfindet.

Kurt Malisch † [29.03.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 M. Ravel Chanson espagnole (1910)
2 Chanson française (1910)
3 Chanson écossaise (1910)
4 Chanson italienne (1910)
5 Chanson hébraïque (1910)
6 Chanson du rouet (1898)
7 Noël des jouets (1905)
8 Deux mélodies hébraïques (1914 - Kaddisch, L' énigme éternelle)
9 Deux Epigrammes de Clément Marot (1898)
10 Cinq mélodies populaires grecques
11 Un grand sommeil noir (1895)
12 Manteau de fleurs (1903)
13 Si morne
14 Trois Chansons de Don Quichotte à Dulcinée (1932/1933)
15 Histoires naturelles
16 Ballade de la reine morte d'aimer
17 Tripatos (Danse cahntée, 1909)
18 Trois chansons (1914/1915 - Trois beaux oiseaux du paradis, Nicolette, Ronde)
19 Ronsard à son âme (1923/1924)
20 Les Grands vents venus d'outremer (1906)
21 Sainte (1896)
22 Sur l'herbe
23 Rêves (1927)
24 Vocalise – étude en forme de habanera
25 Chansons madécasses (1926)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Inva Mula Sopran
Valérie Millot Sopran
Claire Brua Mezzosopran
Gérard Theruel Bariton
Laurent Naouri Bariton
David Abramovitz Klavier
 
8.554176-77;0636943417621

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