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CD-Besprechung

Naxos 8.660096-98

3 CD • 3h 15min • 1999/2000

15.12.2003

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Anknüpfend an seine Solo-Aufnahmen der Werke von Johann Sebastian Bach (Goldberg-Variationen, Englische Suiten etc.) und der Klavierkonzerte überrascht und befriedigt Murray Perahia nun mit einem Mischprogramm aus Solosätzen und konzertanten Lebendigkeiten im Grenzbereich der klavieristischen Selbst- und Gegenstandsdarstellung. Überraschend insofern, als er sich – wie seinerzeit die großen Alten der aufführungspraktisch sorglosen Bach-Interpretation (E. Fischer, Serkin, Gould) – für den „Solopart“ des Brandenburgischen Nr. 5 für den (in Wahrheit gar nicht so) modernen Konzertflügel entscheidet (nebenbei: auf Perahia-Seite der unkonventionellen Altertümlichkeit des Bach-Gestaltens bewegen sich auch jüngere Kollegen. Denn auch András Schiff hat sich etwa im Rahmen seines „Mondsee“-Festivals in diesem Frühstadium des klassischen „Klavierkonzerts“ für das Instrument späterer Perioden entschieden).

Befriedigend ist diese Einspielung, weil sie alle unspektakulären Pluspunkte von Perahias klarem, nicht übermäßig scharf, aber dennoch lebendig konturiertem Bach-Spiel in Erinnerung rufen, weil sie im Verein mit der Londoner „Academy“ und mit den im wirbelnd-virtuosen Concerto BWV 1044 herausgehobenen Solisten Sillito und Martin ein singend-beredtes Geben und Nehmen der Bachschen Themen und Durchführungen bekundet. Auffallend freilich ist, daß in diesem Fall das Spiel Perahias besonders diskret den Bachschen Modulationen auf der Spur bleibt. Der Grundton und die Grundfarbe der konzertanten Nummern ist leise, gleichsam in indirekter Beleuchtung, wobei ich mir nicht ganz sicher bin, zu welchen Teilen dies auf Perahias momentane Einstellung oder auf die aufnahmetechnische Ästhetik der Tonregie zurückzuführen ist. Gleichwohl: der Hörer sei an dieser Stelle auf eine Variante der extrem intimen Konzertbrillanz (BWV 1044, 1050) eingestimmt – und auf ein „Italienisches Konzert“ in gleitender, vornehmer Tastengewandheit (im starken Kontrast zu den markanten, zuweilen auch stählernen Gould-Versionen!).

Clemens Höslinger [15.12.2003]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johann Sebastian Bach
1Konzert a-Moll BWV 1044 für Flöte, Violine und Cembalo
2Brandenburgisches Konzert Nr. 5 D-Dur BWV 1050
3Italienisches Konzert F-Dur BWV 971 (aus: Clavierübung 2. Teil)

Interpreten der Einspielung

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