Bruno Walter war ein deutscher Dirigent und Pianist, der zu den international bedeutendsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts zählt. Er wurde als Bruno Walter Schlesinger am 15. September 1876 in Berlin geboren. Bereits mit acht Jahren wurde er als Schüler ins Sternsche Konservatorium in Berlin aufgenommen und trat dort 1886 erstmals öffentlich als Pianist in Erscheinung. Der Eindruck, den Hans von Bülow auf ihn machte, als dieser ab November die „Neuen Abonnementskonzerte“ dirigierte, war auf ihn so stark, dass er ebenfalls Dirigent werden wollte. Als 17jähriger gab er sein Debüt als Dirigent am Stadttheater in Köln, wo er auch als Korrepetitor engagiert war. Die zweite und prägende Station seiner Laufbahn war Hamburg: 1895 wurde er am Stadttheater zweiter Kapellmeister unter Gustav Mahler. Dieser wurde für Bruno Schlesinger Lehrer und künstlerisches Vorbild. Mahlers Wunsch, ihm an die Wiener Hofoper zu folgen, als er 1897 zum Kapellmeister und Direktor dorthin berufen wurde, kam er jedoch nicht nach. Stattdessen ging er als Zweiter Kapellmeister ans Stadttheater Breslau. Ab diesem Zeitpunkt trat Bruno Schlesinger nur noch unter seinem Künstlernamen Bruno Walter auf. 1897 wurde Bruno Walter Erster Kapellmeister inPreßburg, ein Jahr später ging er als Erster Kapellmeister ans Stadttheater in Riga. In dieser Zeit konvertierte er zum Christentum. Wieder ein Jahr später, im Jahr 1900, zog er weiter nach Berlin und trat dort an der Oper die Stelle als Kapellmeister an. Im Mai heiratete er die lyrische Sopranistin Elsa Korneck. Aus dieser Ehe gingen zwei Töchter hervor. 1901 folgte Bruno Walter schließlich dem Ruf von Gustav Mahler als Hofkapellmeister an die Hofoper nach Wien. Er blieb dort bis 1912. 1910 erhielt er die österreichische Staatsangehörigkeit und ließ den Familiennamen „Schlesinger“ offiziell streichen. Zusammen mit Arnold Schönberg gründete Bruno Walter einen Komponistenverband. Bis zu seiner Flucht aus Europa 1938 aus politischen und künstlerischen Gründen war er in vielen Funktionen und an mehreren Wirkungsstätten tätig. Ab 1913 war er Bayerischer Generalmusikdirektor der Hofoper, ab 1918 Operndirektor des Nationaltheaters in München sowie Generalmusikdirektor des jährlichen Festivals in München. 1922 trat er jedoch aus politischen und künstlerischen Gründen von diesen Funktionen zurück. Ab 1918 leitete Bruno Walter die Berliner Bruno Walter-Konzerte der Berliner Philharmonie, von 1919 bis 1933 war er Dirigent der Berliner Philharmoniker, gleichzeitig von 1924 bis 1932 Dirigent am Royal Opera House Covent Garden in London, von 1925 bis 1929 Generalmusikdirektor der Städtischen Oper Berlin und 1929 bis 1933 schließlich Direktor des Gewandhausorchesters in Leipzig. 1929 gründete er die Bruno Walter-Stiftung für begabte mittellose Musiker. Während all dieser Jahre blieb Wien stets das Zentrum seiner Tätigkeiten. Ab 1925 arbeitete er auch mit Hugo von Hofmannsthal (1874–1929), Max Reinhardt (1873–1943) und Richard Strauss (1864–1949) bei den Salzburger Festspielen zusammen. Ab 1933 behinderten die Nationalsozialisten die Arbeit Bruno Walters zusehends. Er ging zuerst nach Wien und nahm von dort aus verschiedene Engagements an, so beim Concertgebouworkest Amsterdam, bei dem er von 1934 bis 1938 Gastdirigent war. Von 1936 bis 1938 war er Direktor der Wiener Staatsoper. Nach der Annektion Österreichs durch die Nationalsozialisten flüchtete Bruno Walter mit seiner Familie zunächst nach Frankreich und nahm die französische Staatsbürgerschaft an, 1939 emigrierte er endgültig in die USA und wurde 1946 US-amerikanischer Staatsbürger. Ab 1940 war er Gastdirigent beim NBC Symphony Orchestra. 1943 musste er wegen einer Grippeerkrankung die Leitung eines landesweit im Radio übertragenen Konzerts absagen. Sein 25jähriger assistant conductor musste einspringen und wurde dadurch über Nacht berühmt. Es war kein Geringerer als Leonard Bernstein. Von 1941 bis 1945 war Bruno Walter Dirigent am Metropolitan Opera House in New York und wirkte dort auch in den Jahren 1950-1951 und 1956-1957. 1947 bis 1949 war Walter Leiter des New York Philharmonic Orchestra. Seine international anerkannte künstlerische Wertschätzung spiegelt sich wider in Ehrendoktoraten der Universität München, der University of California in Los Angeles, der University of Sothern California in Los Angeles und der University of Edinburgh. Nach dem zweiten Weltkrieg kam Bruno Walter wiederholt nach Österreich und dirigierte in Wien und bei den Salzburger Festspielen. Seinen letzten öffentlichen Auftritt bestritt er 1960 mit den Wiener Philharmonikern. Bruno Walter starb am 17. Februar 1962 in Beverly Hills, Kalifornien.
Bruno Walter
dt. Dirigent, Pianist und Komponist
Biographie
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