Der deutsche Dirigent Fritz Busch zählt zu den bedeutendsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Er wurde am 13. März 1890 in Siegen als Sohn eines Geigenbauers geboren. Er hatte vier Brüder und zwei Schwestern, die allesamt Musiker und Künstler waren. Der bekannteste unter ihnen ist sicherlich der Geiger Adolf Busch. Fritz Busch studierte am Kölner Konservatorium bei dem Dirigenten und Komponisten Fritz Steinbach. Bereits mit 19 Jahren startete er seine Dirigentenkarriere als Kapellmeister in Riga und sammelte berufliche Erfahrungen auf weiteren Stationen in Bad Pyrmont, Gotha und schließlich von 1912 bis 1918 als Musikdirektor beim Sinfonieorchester Aachen. Von 1918 bis 1922 war er Generalmusikdirektor beim Staatsorchester Stuttgart, bevor er die Nachfolge von Fritz Reiner als Chefdirigent der Semperoper Dresden antrat. Er wurde bekannt für seine exemplarischen Inszenierungen. 1924 und 1925 wurde Busch zu den Bayreuther Festspielen eingeladen, 1926 dirigierte er bei den Weltmusiktagen der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik in Zürich und in den Folgejahren trat er auch in New York und London auf, ebenso wie bei den Salzburger Festspielen mit der Sächsischen Staatskapelle. Am 7. März 1933 kam es zu einem Eklat, als der „Judenfreund“ Fritz Busch vor Beginn einer Rigoletto-Aufführung von SA-Männern niedergebrüllt wurde. Er war gezwungen, seinen Posten zu räumen. Ein Angebot Görings, stattdessen die Leitung der Charlottenburger Oper in Berlin zu übernehmen, schlug Fritz Busch aus. Die für Juli geplante Eröffnung der Bayreuther Festspiele, die er für Arturo Toscanini hätte übernehmen sollen, der aber aus Protest gegen den Nationalsozialismus nicht mehr in Deutschland auftrat, sagte er öffentlich ab. Er entschloss sich, Deutschland zu verlassen, da für ihn die Entwicklungen in Nazi-Deutschland unerträglich waren. Er ging zunächst nach England und gründete zusammen mit Carl Ebert die Glyndebourne Festspiele. Weitere Stationen auf seinem Weg waren Buenos Aires, Stockholm und Kopenhagen. 1936 erwarb er die argentinische Staatsangehörigkeit. In den 1940er Jahren hielt er sich in den Vereinigten Staaten auf, wo er einige der großen Orchester des Landes dirigierte. Von 1945 bis 1950 hatte Fritz Busch die künstlerische Leitung der Metropolitan Opera inne. Nach Europa kehrte er nach Kriegsende erst wieder 1950 zurück, zunächst nach Glyndebourne, wo er zum ersten Mal wieder Aufführungen des Festivals dirigierte, und 1951 nach Deutschland, um in die Köln mit Verdis Ein Maskenball die erste Opernproduktion des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks zu dirigieren. Schließlich erhielt Fritz Busch die Berufung an die Wiener Staatsoper. Dieser Berufung konnte er allerdings nicht mehr folgen: er starb am 14. September 1951.
Fritz Busch
dt. Dirigent
Biographie
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