Capella de la Torre: Monteverdis Marienvesper in drei Konzerten
Aufführungen in Nürnberg, Lübeck und Berlin
Das Ensemble Capella de la Torre widmet sich im September Claudio Monteverdis Marienvesper in drei Konzerten: am 16. September im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, am 19. September in der Marienkirche zu Lübeck und am 20. September in der St. Matthäus-Kirche am Berliner Kulturforum. Das Projekt wurde von Katharina Bäuml, künstlerische Leiterin von Capella de la Torre, initiiert und geprägt. In Nürnberg und Berlin übernimmt sie selbst die Leitung, in Lübeck dirigiert Ton Koopman. Solisten sind Margaret Hunter und Erika Tandiono (Sopran), Fabian Kelly und Eric Price (Tenor) sowie Martin Schicketanz (Bass). In Lübeck musiziert zudem die Lübecker Knabenkantorei an St. Marien mit Merle Hillmer. Das Berliner Konzert ist Teil der Reihe The Art of Female Power.
Unterschiedliche Lesarten
Monteverdis 1610 veröffentlichtes Marienlob entstand in einer Zeit tiefgreifender religiöser und gesellschaftlicher Veränderungen. Nach dem Konzil von Trient formierte sich die katholische Kirche neu, während Humanismus und Reformation das europäische Denken veränderten. Bis heute gilt das Werk als rätselhaft: Unklar sind seine ursprüngliche Bestimmung, die genaue Zusammengehörigkeit der einzelnen Teile und die Frage, wie es aufgeführt werden sollte. Gerade diese Offenheit schafft Raum für unterschiedliche Lesarten.
Fundierte Expertise
Aus seiner langjährigen Erfahrung mit der Musik der europäischen Neuzeit greift das Ensemble Capella de la Torre diesen Spielraum auf und bringt seine besondere Expertise für deren Klangwelt und Instrumentarium ein. Die Marienvesper wird um Instrumentalmusik aus Monteverdis unmittelbarem Umfeld mit Werken von Salamone Rossi ergänzt. So entsteht eine Fassung, die tief in der Musik ihrer Zeit verwurzelt ist und zugleich aus heutiger Perspektive neu erfahrbar wird.
Über Capella de la Torre
Capella de la Torre wurde 2005 von der Oboistin und Schalmeispezialistin Katharina Bäuml in Berlin gegründet und zählt zu den führenden Ensembles für Bläsermusik der frühen Neuzeit. Mit bislang 34 CD-Einspielungen wurde das Ensemble mehrfach beim ECHO Klassik und OPUS Klassik ausgezeichnet.
Capella de la Torre erkundet die lange Geschichte der Renaissance – von Humanismus und Reformation bis Monteverdi – und macht ihre Musik lebendig und gegenwärtig erfahrbar. Historische Instrumente, langjährige Repertoirekenntnis und erzählerische Programme öffnen Zugänge zu Menschen, Lebenswelten und europäischen Zusammenhängen. Katharina Bäuml prägt diesen Ansatz als künstlerische Leiterin und Erzählerin: kenntnisreich, neugierig und mit einem besonderen Gespür für die Resonanz historischer Erfahrungen bis heute.
Konzerttermine Capella de la Torre:
16.09.2026 – Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
- Katharina Bäuml, Schalmei und Leitung
19.09.2026 – St. Marienkirche zu Lübeck
- mit Lübecker Knabenkantorei an St. Marien und Merle Hillmer
- Katharina Bäuml, Schalmei und Leitung
- Ton Koopman, Dirigent
20.09.2026 – St. Matthäus-Kirche, Kulturforum Berlin
- Katharina Bäuml, Schalmei und Leitung.
- im Rahmen der Reihe The Art of Female Power
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