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Hohes Niveau

Semifinale im Fach Trompete beim 67. Musikwettbewerb der ARD

Selina Ott

Selina Ott
Foto: Oliver Kendl

Gestern Nachmittag fand das Semifinale im Fach Trompete statt, an dem nach den ersten beiden Wettbewerbsrunden fünf Teilnehmer teilnahmen. Selina Ott aus Österreich und vier Trompeter – engagiert begleitet vom Münchener Kammerorchester mit seiner Konzertmeisterin Yuki Kasai – spielten die effektvollen Konzerte von Joseph Haydn (Es-Dur, Hob. VIIe:1) und Johann Nepomuk Hummel (Es-Dur, WoO 1) und mussten sich den Vertracktheiten des zeitgenössischen Auftragwerkes von Olga Neuwirth stellen.

Mit strahlendem Ton, geradlinig rhythmischer Attacke und nuancenreichem Ausspielen der Zwischentöne präsentierte Selina Ott das Haydn-Konzert und bewältigte auch das Pflichtstück fumbling & tumbling for solo trumpet in C von Olga Neuwirth auf beachtlichem Niveau. Lucas Lipari-Mayer aus Frankreich/Italien bot im Hummel Konzert eine beeindruckende Leistung, quasi schwerelos schien er die schnellen, wie die moderaten Passagen bis hin zum rasanten Rondo-Finale zu bewältigen. Zudem war er derjenige, der dem Werk von Olga Neuwirth fast so etwas wie Eleganz und Stringenz zu vermitteln vermochte. Das Werk ist zweifellos auf der Höhe der Zeit und wird seinem Zweck gerecht, alle nur denkbaren bläserischen Kunstgriffe zu fordern. Die schnellen Tonfolgen, mehrfach mit geringen Variationen wiederholt und oft in schrillem Signalton endend, sehen in der Partitur rein optisch faszinierender aus als sie es in der akustischen Umsetzung sind. Die Reihen im Publikum leerten sich entsprechend. Aleksander Kobus aus Polen spielte das Haydn-Konzert mit viel Emphase und brillantem Ton, musste aber danach aber seine Teilnahme aus gesundheitlichen Gründen absagen.

Nach der Pause lernte das Publikum mit Célestin Guérin aus Frankreich einen Musiker kennen, der das Hummel-Konzert schier makellos spielte, nuancenreich und tonschön. Auch für das zeitgenössische Werk hatte er Sinn und ließ es nicht zur reinen Pflichtübung verkommen. Gleiches gilt für den vermutlich jüngsten Teilnehmer des Semifinales, Mihály Könyves-Tóth aus Ungarn, der bereits einige nationale und internationale Wettbewerbe gewonnen hat und auf professionellem Niveau spielte. Ein zusätzlicher Pluspunkt war seine ansprechende Kadenz im Haydn-Konzert und die entspannte Wiedergabe des Pflichtstücks. Die Jury mit dem Vorsitzenden Ketil Christensen, Eric Berlin, Marco Blaauw, Mireia Farrés, Osamu Takahashi, Gábor Tarkövi und Wim van Hasselt entschied, dass Selina Ott, Célestin Guérin und Mihály Könyves-Tóth das Finale mit dem Symphonieorchester des BR bestreiten, das am 14. September ab 18 Uhr im Herkulessaal der Residenz stattfindet. Hier hat dann auch das Publikum Gelegenheit, seinen Preis zu vergeben.

Marie-Luise v. Schuckmann [12.9.2018]

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Gestern fand das letzte Finale beim diesjährigen Musikwettbewerb der ARD statt, bei dem drei Finalisten um die begehrten Preise spielten. Zur Auswahl standen die Viola-Konzerte von Walton, Bartók und Hindemith, Glanzstücke des Repertoires, von denen jedoch nur die beiden letzten aufgeführt wurden, und die Solisten vom Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der animierten Leitung von Joseph Bastian begleitet wurden.

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Um Vergleichbarkeit bemüht, hatte die Jury beim gestrigen Finale im Fach Klaviertrio wieder einen engen Parcours aufgestellt. Diesmal war neben der Kammersonate von Hans Werner Henze, die in diesem Jahr ihren 70. Geburtstag feiert – eine Revision erfolgte 1963 – eines der beiden großen Trios von Franz Schubert gefordert.

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