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Meldung vom 11.08.2024

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Opern-Einakter von Rossin und Puccini in Bregenz

Opernstudio-Premiere und Opernatelier-Uraufführung im August

Zwischen Brauthandel, Erbschleichern und einem riesigen Oktopus bewegen sich die Höhepunkte der zweiten Programmhälfte der Bregenzer Festspiele: Im Theater am Kornmarkt ist ab 12. August der Doppelabend Der Ehevertrag | Gianni Schicchi zu sehen. Regie bei dieser Produktion des Bregenzer Opernstudios führt wieder die Grande Dame des deutschsprachigen Musiktheaters Brigitte Fassbaender. Die Werkstattbühne wird am 15. und 17. August zum Schauplatz für Hold Your Breath, der zweiten zeitgenössischen Uraufführung des Festspielsommers 2024. Es ist die dritte Produktion des Bregenzer Opernstudios in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Bregenz, gemeinsam entwickelt von der irischen Komponistin Éna Brennan, dem aus Portugal stammenden bildenden Künstler Hugo Canoilas und dem ehemaligen Festspielintendanten, Regisseur und Librettisten David Pountney.

Ironische Situationskomik und bezaubernde Nachwuchsdarsteller

Vierzehn Sänger und eine einzigartige Regisseurin gestalten einen besonderen Opernabend: Obwohl zwischen Gioachino Rossinis erster öffentlich aufgeführter Oper Der Ehevertrag (La cambiale di matrimonio) und Giacomo Puccinis Einakter Gianni Schicchi mehr als 100 Jahre liegen, lassen sich beide Werke gut vereinen. Sie überzeugen mit ihrer Fülle an musikalischem Humor, Wortwitz und Situationskomik. Inszeniert wird diese ebenso amüsante wie ungewöhnliche Kombination von Kammersängerin Brigitte Fassbaender.

Der Ehevertrag ist die erste öffentlich aufgeführte Oper Rossinis, mit der sich der gerade einmal Achtzehnjährige 1810 in Venedig dem Publikum präsentierte. Obwohl er damals noch über sehr wenig Erfahrung verfügte, zeichnen sich bereits die Elemente seines unverwechselbaren Stils ab. Auch sein komödiantisches Naturtalent ist deutlich zu erkennen. In dem witzigen Einakter will der Kaufmann Tobia Mill seine Tochter Fanní an seinen reichen Geschäftspartner Slook aus Kanada vermitteln. Doch die junge Frau liebt Edoardo Milfort, den sie schließlich – dank der unerwarteten Großzügigkeit Slooks – tatsächlich zum Mann nehmen darf.

Mehr als 100 Jahre später war in New York Puccinis Gianni Schicchi erstmals auf der Bühne zu erleben. Die Geschichte des gleichnamigen Erbschleichers stammt ursprünglich aus Dante Alighieris Inferno, dem ersten Teil der Göttlichen Komödie und bildet den dritten Teil von Puccinis Dreiteiler Il trittico. Der reiche Buoso Donati ist gestorben. Gierig und gespannt versammeln sich die Hinterbliebenen an seinem Totenbett und erfahren entsetzt, dass sie leer ausgehen. Da erscheint der gewitzte Gianni Schicchi. Er legt sich in Donatis Sterbebett, mimt vor dem Notar den Verstorbenen und verteilt das Erbe großzügig unter den anwesenden Verwandten. Die besten Besitztümer vermacht sich Schicchi jedoch kurzerhand selbst.

„In beiden Opern geht es um Liebe und Gier. Und in beiden siegen Witz und Schlauheit“, sagt Fassbaender und betont, dass bei ihren Inszenierungen in Bregenz stets die jungen Künstler im Zentrum stehen: „Ich möchte spannende, kluge, kurzweilige Geschichten erzählen“. Wie funktionieren die Proben bei so vielen jungen Sänger:innen und zwei so unterschiedlichen Stücken? „Wir haben beide Stücke parallel geprobt, damit das Ensemble ständig beschäftigt ist und niemand Leerlauf hat. Es ist eine große Herausforderung, zwei so unterschiedliche Musikstile zu erarbeiten und an einem Abend aufzuführen. Aber es ist auch reizvoll, schauspielerisch lehrreich und spannend in so unterschiedliche Rollen zu schlüpfen“.

Schon in anderen Inszenierungen für das Bregenzer Opernstudio hat Brigitte Fassbander das Publikum mit ihrem perfekten Gespür für Komik begeistert. Wie gelingt es ihr, junge Künstler mitzureißen? „Das Komische ist schwerer auf die Bühne zu bringen als das Dramatische, weil es ungeheure Präzision und perfektes Timing erfordert. Ich glaube, das fällt niemandem leicht, egal ob jung oder alt. Es braucht Handwerk und Können.“

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