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Meldung vom 06.07.2026

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Donaueschinger Musiktage 2026 unter dem Titel „polyphonies“

20 Ur- und Erstaufführungen vom 15. bis 18. Oktober 2026

Das Programm der Donaueschinger Musiktage 2026 steht unter dem Titel „polyphonies“. In 14 Konzerten, Performances und Installationen vom 15. bis 18. Oktober mit 20 Ur- und Erstaufführungen widmet sich das Festival der Polyphonie und damit dem Konzept, Musik aus unterschiedlichen Stimmen, Linien, Elementen und Materialien zusammenzusetzen. „In den letzten Jahrzehnten hat sich eine enorme Vielfalt an Kompositionsästhetiken, -ansätzen und -techniken entwickelt. Viele Komponistinnen und Komponisten verschiedenster Ausrichtungen teilen auch heute das Interesse, komplexe Strukturen aus unterschiedlichen, ihre Eigenständigkeit bewahrenden Stimmen zu erschaffen“, konstatiert Lydia Rilling, Künstlerische Leiterin der Donaueschinger Musiktage.

Spiegel einer komplexen Gegenwart

„Polyphone Musik kann dabei modellhaft für politische und soziale Situationen stehen, in denen gegensätzliche Gruppen und Interessen nebeneinander bestehen, parallel verlaufen, sich überschneiden und aufeinanderprallen, aber dennoch weiterhin miteinander interagieren: Konflikt ohne Zerstörung, Dissens ohne Kollaps.“ Das Festival versteht „polyphonies“ als Spiegel einer komplexen Gegenwart, die sich nicht auf wenige Perspektiven reduzieren lässt. „Die Donaueschinger Musiktage sind kein Ort der Einigkeit, sondern der Auseinandersetzung, der Diskussion und vor allem des gemeinsamen Hörens, Erlebens und Nachdenkens. Das Festivalmotto wird hier auch als Haltung verstanden – als die Fähigkeit, Differenzen auszuhalten und miteinander in Dialog zu treten.“

Klangkunst: Murmeltiere, Effizienz und das Spiel mit dem Feuer

Zum Auftakt der Donaueschinger Musiktage 2026 werden am Donnerstag (15.10.) die Klanginstallationen eröffnet. In ihrem Projekt „Coexistences #2“ verarbeitet Gwendoline Robin im Museum Art.Plus Hörerlebnisse aus dem Hochgebirge – das Rauschen der Flüsse, den Wind oder das Rufen von Murmeltieren – zu zwei Installationen sowie einer Performance. Yann Leguay hinterfragt in seiner interaktiven Klanginstallation in der Alten Molkerei unsere Priorisierung von Effizienz und macht die Diskrepanz zwischen technischen Systemen und natürlicher Umwelt hörbar. Inspiriert durch seine Residenz „Mechanical Forests“ in St. Georgen im Schwarzwald, gefördert vom Projekt „Die drei Ecken“ von Interreg, erkundet Leguay Formen der Energieerzeugung aus der Zeit vor der Elektrizität, um Klang zu aktivieren. Der französische Künstler ist am Freitagabend im Schlosspark zudem in einer Performance zu erleben, in der die Flammen von Feuer zu Protagonisten einer minimalistischen Komposition werden (Freitag, 16.10., 23 Uhr).

Eröffnung und Abschluss mit dem SWR Symphonieorchester

Eine zentrale Säule der Musiktage ist das SWR Symphonieorchester, das mit zwei Konzerten das Konzertwochenende in Donaueschingen einrahmt. Im Eröffnungskonzert unter der Leitung von Brad Lubman hebt es gemeinsam mit dem SWR Experimentalstudio vier neue Werke aus der Taufe. Die Frage, wie sich die Erfahrung unserer erschütterten Welt musikalisch begreifen lässt, bestimmt die Kompositionen von Natasha Barrett und Stefan Prins. Im Abschlusskonzert steht Chefdirigent François-Xavier Roth am Pult des Orchesters. Polyphonie ist letztlich auch eine Reflexion über das Gedächtnis, und Mauro Lanza und Clara Iannotta beschäftigen sich mit der Unschärfe von Erinnerung.

r:innen Raum, ihr eigenes Hörverständnis und ihr improvisatorisches Können einzubringen. Mit der Uraufführung von „OCCAM XXV zeta“ würdigt das Festival zudem die jüngst verstorbene Komponistin Éliane Radigue, der sowohl die Musiktage wie auch ONCEIM eng verbunden sind.

Das Programm ist online, Kartenvorverkauf hat begonnen

Das detaillierte Programm der Donaueschinger Musiktage ist auf SWR.de/donaueschingen zu finden. Hier steht auch die Programmbroschüre zum Download bereit. Der Kartenvorverkauf hat begonnen, online bei littleticket.shop, über die Tickethotline 0221 91409830 und in der Tourist-Information vor Ort in Donaueschingen.

Vorzugspreis für Bewohner des Schwarzwald-Baar-Kreises

Bewohner des Schwarzwald-Baar-Kreises erhalten für alle Veranstaltungen Karten zum Vorzugspreis von 12 EUR. Die Karten können unter Vorlage eines entsprechenden Nachweises ausschließlich in der Tourist-Information der Stadt Donaueschingen sowie an der Tageskasse erworben werden.

Begrenztes Freikartenkontingent für freischaffende Musiker

Das Festival stellt für jedes Konzert ein begrenztes Kontingent an Freikarten für freischaffende Künstler zur Verfügung. Diese können online bei littleticket.shop bestellt werden.

Donaueschinger Musiktage in SWR Kultur

Sämtliche Veranstaltungen sind live oder zeitversetzt im Programm von SWR Kultur und in der SWR Kultur App zu hören und nach der Ausstrahlung in der SWR Kultur App und auf SWRKultur.de verfügbar.

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