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Meldung vom 14.06.2026

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Asasello Quartett: Wir und die schöne neue Welt von Gestern #6

Wenig bekannte Strreichquartette aus den Zwanziger Jahren

Das Engagement des Asasello Quartetts für das Auffüllen der Repertoirelücken im Kanon der Gattung Streichquartett macht auch vor komplexen Zusammenhängen nicht Halt. Im Kontext der breit angelegten Recherchen zur Schostakowitsch-Einspielung hat das Ensemble in den letzten Jahren bereits einige musikalische Juwelen ans Licht gefördert. Am 19. Juni findet im Sancta-Clara Keller in Köln wieder ein Konzert der Reihe „Wir und die schöne neue Welt von Gestern“ statt. Diesmal stehen ausschließlich Kompositionen der Zwanzigerjahre des 20. Jahrhunderts auf dem Programm, und die könnten unterschiedlicher nicht sein. Während der russische Komponist Alexander Mossolow in dieser Zeit einen antiromantisch atonalen Stil entwickelte, besann sich Leo Ornstein, amerikanischer Komponist ukrainischer Herkunft, um 1929 wieder der Mittel tonaler Tondichtung.

Außergewöhnliche Werke

Diese beiden Streichquartette, die im Konzert erklingen, sind "äußerst komplexe und sehr außergewöhnliche Musiken aus einer politisch schwierigen Zeit", so Jusytna Sliwa vom Asasello Quartett. Gemeinsam sind den beiden Komponisten Aspekte ihres persönlichen Schicksals. Von Pogromen verfolgt war Ornsteins Familie 1906 zur Flucht in die USA gezwungen. Alexander Mossolow überwarf sich mit dem linientreuen Komponistenverband in Moskau, geriet in Konflikte mit dem Staat und wurde 1936 als Zwangsarbeiter aus dem öffentlichen Leben verbannt.

Schulhoff und Janáček

Die avantgardistische Musik des hochbegabten Komponisten Erwin Schulhof ist deutlich eher auf den Konzertpodien vertreten. Dennoch ist sein Streichquartett Nr. 2 für viele sicher eine überraschende Entdeckung. Ungewöhnliche Klangwirkungen entstehen durch den Wechsel tonaler und atonaler Harmoniken sowie durch krasse rhythmische Elemente und breite melancholische Abschnitte. Leoš Janáčeks erstes Streichquartett rundet den Konzertabend ab. Das leidenschaftliche, durch Tolstois Kreutzersonate inspirierte Stück gehört zu den kammermusikalischen Meisterwerken der 1920er Jahre.

Freitag, 19. Juni 2026 um 20 Uhr

Sancta Clara Keller, Am Römerturm 3, 50667 Köln

Wir und die Schöne Neue Welt von Gestern #6

Leo Ornstein (1892-2002), Streichquartett #2

Alexander Mossolow (1900-1973), Streichquartett #1

Erwin Schulhoff (1894-1942), Streichquartett #2

Leoš Janáček (1854-1928), Streichquartett #1 | nach Tolstois Kreutzer-Sonate.

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