Uraufführung von "Of One Blood" an der Bayerischen Staatsoper
Regisseur Claus Guth inszeniert die Oper von Brett Dean
Am Sonntag, dem 10. Mai 2026, findet mit Brett Deans Oper Of One Blood, die fünfte Premiere an der Bayerischen Staatsoper in der Spielzeit 2025/26 statt. Es handelt sich um die erste Uraufführung auf der großen Bühne des Nationaltheaters in der Intendanz von Serge Dorny und um die fünfte Inszenierung des Regisseurs Claus Guth an der Bayerischen Staatsoper. Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski hat die Musikalische Leitung inne, und die beiden dem Münchner Publikum vertrauten Sängerinnen Johanni van Oostrum und Vera-Lotte Boecker übernehmen die Hauptpartien der beiden Königinnen „desselben Blutes“ Elizabeth Tudor und Mary Stuart.
Machtkampf und politische Intrige
Die verstrickte Beziehung der beiden im 16. Jahrhundert lebenden und regierenden Königinnen Elizabeth Tudor und Mary Stuart beschäftigt bis heute nicht nur Historiker, sondern regte auch zahlreiche Dichter, Komponisten und bildende Künstler zur kreativen Auseinandersetzung an. „Desselben Blutes“ waren die beiden Frauen, von denen die eine auf den schottischen Thron geboren wurde, dreimal heiratete und für kurze Zeit in sehr jungen Jahren sogar französische Königin war, während die andere immer wieder betonte, nur mit ihrem eigenen Reich verheiratet zu sein, kinderlos blieb und England in das „goldene“ Elisabethanische Zeitalter führte. Ein erbitterter Machtkampf zweier Frauen mit konkurrierenden Ansprüchen auf den englischen Thron, Auseinandersetzungen zwischen dem protestantischen und dem katholischen Lager sowie politische Intrigen kosteten Mary Stuart nach 19-jähriger Gefangenschaft schließlich den Kopf.
Gegnerinnen, die sich nie trafen
Während Friedrich Schiller in einem der einflussreichsten deutschen Dramen überhaupt seine Maria Stuart und Elisabeth sich in einer erfundenen Konfrontationsszene ein Wortgefecht liefern lässt, halten sich der australische Komponist Brett Dean und seine Textdichterin Heather Betts näher an die Fakten: Für das Libretto von Of One Blood griff sie hauptsächlich auf historische Dokumente wie Briefe, Gebete und Gedichte zurück. Die textliche Bezugnahme auf die Geschichtsschreibung findet ihren Ausdruck in einer musikalischen Geschichts(über)schreibung, indem Brett Dean Musik aus der Zeit der Königinnen zitiert und in seine eigene Klangsprache überführt. Auch einem Solo-Cembalo – jenem Instrument, auf dem die beiden historischen Königinnen selbst musizierten – kommt dabei eine zentrale Rolle zu.
International gefeierter Komponist
Der australische Komponist Brett Dean hat sich dem Münchner Publikum mit seinen Werken bereits mehrfach vorgestellt: Seine als „Uraufführung des Jahres 2018“ ausgezeichnete Oper Hamlet wurde im Nationaltheater ebenso präsentiert wie seine instrumentalen Orchesterwerke Testament in einem Akademiekonzert des Bayerischen Staatsorchesters, das auch auf CD im hauseigenen Label dokumentiert ist, sowie Nocturnes and Night Rides im Rahmen des 500. Jubiläums des Bayerischen Staatsorchesters.
Vielseitiger Regisseur
Claus Guth lieferte seine Münchner Debütinszenierung einst mit Luisa Miller und nimmt seit Beginn der Intendanz von Serge Dorny eine wichtige Rolle im Spielplan ein. Nach seinen Inszenierungen von Bluthaus im Rahmen des Ja, Mai-Festivals, Semele im Prinzregententheater sowie zuletzt Die Liebe der Danae im Nationaltheater folgt nun die große Uraufführung der Spielzeit 2025/26. Wie bei der Vorstellung der nächsten Spielzeit kürzlich bekanntgegeben wurde, wird er 2027 auch für John Adams’ Doctor Atomic verantwortlich zeichnen.
Brett Dean, Of One Blood, Oper in zwei Akten (2026)
- Libretto von Heather Betts nach Texten von Mary Stuart, Elizabeth Tudor und anderen Quellen aus dem 16. Jahrhundert.
- In englischer Sprache. Mit Übertiteln in deutscher und englischer Sprache
Premiere: Sonntag, 10. Mai 2026, 18.00 Uhr
Weitere Vorstellungen:
- Donnerstag, 14. Mai 2026, 18.00 Uhr
- Sonntag, 17. Mai 2026, 18.00 Uhr
- Donnerstag, 21. Mai 2026, 19.00 Uhr
- Samstag, 27. Juni 2026, 19.00 Uhr
- Montag, 29. Juni 2026, 19.00 Uhr.
