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Meldung vom 14.03.2025

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Zum Tod von Sofia Gubaidulina

Die Grande Dame der zeitgenössischen Musik starb am 13. März 2025

Mit Trauer gibt der Verlag Boosey & Hawkes | Sikorski bekannt, dass Sofia Gubaidulina am 13. März 2025 an ihrem Wohnsitz bei Hamburg gestorben ist. Sofia Gubaidulina galt als Grande Dame der Neuen Musik, die bedeutendste russische Komponistin der Gegenwart und als Mensch, der aus einem tiefen Glauben Inspiration schöpfte. Ihr Interesse an der Welt, am Menschen und am Spirituellen berührte alle, die ihr begegnet sind und mit ihr zusammenarbeiten durften. In ihrem Schaffen ging es ihr stets um das Elementare, um das menschliche Dasein und die verändernde Kraft auch der Musik. Sie sei wie ein „fliegender Einsiedler“, sagte Sir Simon Rattle, denn sie befinde sich immer „auf einer Umlaufbahn und besucht nur gelegentlich terra firma. Ab und zu kommt sie zu uns auf die Erde und bringt uns Licht und geht dann wieder auf ihre Umlaufbahn.“

Tiefe Spiritualität

Typisch für Gubaidulinas Schaffen war das nahezu vollständige Fehlen von absoluter Musik. In ihren Werken geht es fast immer um etwas, das über das rein Musikalische hinausreicht. Dies konnte ein dichterischer Text sein – der Musik unterlegt oder zwischen den Zeilen verborgen –, ein Ritual oder eine instrumentale „Aktion“. Einige ihrer Partituren zeugen von einer intensiven Beschäftigung mit mystischem Gedankengut, christlicher Symbolik oder Literatur. Bei alldem lässt sich ihr Werk aber kaum in geistliche und weltliche Kompositionen unterteilen. Bis zu ihrem Lebensende interessierte sie sich unter anderem für seltene russische, kaukasische sowie mittel- und ostasiatische Volks- und Ritualinstrumente, auf denen sie improvisierte und zu ganz neuen Klangerlebnissen fand.

Übersiedelung nach Deutschland

Die am 24. Oktober 1931 in Tschistopol in der Tatarischen Republik Russlands geborene Komponistin war zu Beginn ihrer Karriere Opfer etlicher Repressalien und Einschränkungen sowjetischer Kulturpolitik. Nachdem seit Beginn der 1980er Jahre viele ihrer Werke – auch dank des tatkräftigen Einsatzes des Geigers Gidon Kremer – in westliche Konzertprogramme Eingang fanden, beschloss sie, wie viele andere russische Komponistinnen und Komponisten, ihre Heimat zu verlassen und nach Deutschland auszuwandern. Seit 1992 lebte sie in der Nähe von Hamburg in einem beschaulichen kleinen Ort in der Geest und Marsch Südholsteins. Sie war Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, der Freien Akademie der Künste in Hamburg sowie der Königlichen Musikakademie Stockholm, Ehrendoktorin des Zentralen Konservatoriums in Peking, des Musikkonservatoriums in Tianjin und der Universität Chicago, wurde 1999 in den Orden „Pour le mérite“ aufgenommen und erhielt zahlreiche Preise.

„Musik verbindet das Endliche mit dem Unendlichen“ - Sofia Gubaidulina

Gubaidulina war überzeugt, dass der Glaube an Gott mit dem schöpferischen Trieb des Menschen in direkte Beziehung zu setzen ist. Sie begriff das Komponieren stets als einen „sakralen Akt“ und das entstandene Werk als eine Art „Opfer“. Ihre liebenswerte Ausstrahlung und ihre Gabe, auch in Gesprächen oder Workshops mit ihren Interpretinnen und Interpreten ihre künstlerischen und philosophischen Ansichten mitreißend zu vermitteln, war einzigartig.

Auf die Frage, wie ihre Musik ihrer Meinung nach in einer in Unordnung geratenen Welt dazu beitragen könnte, die Menschen zur Besinnung zu bringen und Frieden zu stiften, sagte Sofia Gubaidulina noch wenige Jahre vor ihrem Tod: „Die Kunst der Musik ist, wie jede andere Kunstrichtung, von einem existentiellen Gefühl tangiert. Warum? Weil gerade diese Kunstrichtung mit einer Materie zu tun hat, die das Endliche mit dem Unendlichen unmittelbar verbindet. In diesem Sinne verfügt gerade die Klangkunst über jenes Mittel, mit dessen Hilfe der Mensch in seinem rasanten Fall aufgehalten werden könnte.“

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