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Meldung vom 04.06.2023

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Premiere von John Adams' "Nixon in China"

Letzte Premiere der Spielzeit an der Staatsoper Hannover

Der Moment ging medial um die Welt und jährte sich gerade zum 50. Mal: Der amerikanische Präsident Richard Nixon reist zum Staatsbesuch nach China. Im Februar 1972, vor dem Hintergrund des Vietnamkriegs und der anstehenden amerikanischen Präsidentschaftswahlen, in den kältesten Zeiten der Systemkonfrontation zwischen Kommunismus und Kapitalismus, landet die Präsidentenmaschine mit dem klangvollen Namen „Spirit of 76“ in Peking. Das Präsidenten-Ehepaar Dick (Mark Stone) und Pat Nixon (Eliza Boom) und Staatssekretär Henry Kissinger (Michael Kupfer-Radecky) werden vom chinesischen Premierminister Chou En-lai (Darwin Prakash) begrüßt und von Mao (Daniel Norman) und seiner Frau Chiang Ch’ing (Mercedes Arcuri) empfangen.

Mediale Inszenierung

In seiner auf diesem historischen Ereignis basierenden Oper entlarvt John Adams den Versuch der Politik, moderne Mythen durch mediale Inszenierung künstlich zu erschaffen, als trügerisch. Zwei Kulturen begegnen sich, zwei Staatssysteme, aber auch zwei Ehepaare. Das elementare Nicht-Verstehen der Staatenlenker steht neben sehr persönlichen Einblicken in die Psyche mächtiger Männer und deren Gattinnen. Nixon in China spitzt den zeitgeschichtlichen Clash der Ideologien zwischen Fiktion und Surrealismus, zwischen Ernst und Satire, zwischen historischen Situationen und grotesker Überhöhung zu.

Mit eigener Klangsprache

Der Amerikaner John Adams entwickelte eine gänzlich eigene Klangsprache, abseits von Etiketten wie Tradition und Avantgarde. Seine Musik changiert zwischen Ernst und Unterhaltung, zwischen glamourösen Hollywood-Fanfaren, tranceartigen Repetitionen und farbiger Orchestrierung. Orchester und Gesangspartien zitieren die europäische Musiktradition, sind mit Jazz, Gospel und Rock angereichert, können aber auch sehr melancholisch oder überspitzt charakterisierend werden. Der amerikanische Regisseur Daniel Kramer und der australische Dirigent Daniel Carter suchen die wechselnden Blickwinkel der Protagonisten und fügen sie zu einem Kaleidoskop politischer und privater Bilder zusammen – Szenen, die hinter den medialen Bildern liegen, die um die Welt gingen.

John Adams: Nixon in China, Premiere: Sa 03.06., 19:30 Uhr, Hannover Opernhaus

Weitere Vorstellungen: Sa, 06.06.2023 / 19:30 Uhr, Do, 08.06.2023 / 19:30 Uhr

Opernhaus / Einführung: 30 Minuten vor Beginn.

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