Premiere von »Don Giovanni« an der Wiener Staatsoper
Die Neuinszenierung ist der Beginn für Barrie Koskys neuen Da Ponte-Zyklus
Trotz des derzeitigen Lockdowns kommt am Sonntag, 5. Dezember 2021 die Premiere einer neuen Produktion von Don Giovanni zur Aufführung – zwar ohne Publikum im Saal, aber für Kameras und Mikrofone. Die Neuinszenierung markiert den Beginn für einen neuen Da Ponte-Zyklus an der Wiener Staatsoper, den Regisseur Barrie Kosky und Musikdirektor Philippe Jordan über die nächsten drei Spielzeiten gemeinsam erarbeiten.
»Ein Kind von Dionysos«
Barrie Kosky, weltweit gesuchter Regisseur und Intendant der Komischen Oper Berlin, der mit dieser Produktion nach vielen Jahren an die Wiener Staatsoper zurückkehrt, sieht Don Giovanni, ebenso wie Le nozze di Figaro und Così fan tutte, nicht als Teil einer programmatischen Trilogie und hat zu allen drei Werken unterschiedliche Zugänge. In seinem Don Giovanni ist die Gewalt allgegenwärtig auf einer kahlen, felsigen Fläche, auf der sich die Charaktere bewegen (Bühne und Kostüme: Katrin Lea Tag, Licht: Franck Evin). Genauso gegenwärtig ist jedoch die Lust, und so beschreibt der Regisseur die Figur des Don Giovanni als »ein Kind von Dionysos« – also jenes Gottes, der für Wein, Wahnsinn und – Theater zuständig ist. »Das Kreative ist bei ihm Teil des Destruktiven, und das Destruktive gehört dem Kreativen an«, sagt Kosky über Dionysos, »er kann nur der Schutzpatron von Giovanni sein«.
Dirigent Philippe Jordan über die Bedeutung von Mozarts Da Ponte-Opern: »Diese drei Werke sind nicht nur im Mozart-Repertoire, sondern ganz generell im Opernrepertoire zentral. An ihnen misst sich alles, sie sind Ausgangspunkt und Grundstein und müssen daher immer und immer wieder erarbeitet und – musikalisch wie szenisch – aufs Neue befragt werden. Mit Don Giovanni fangen wir eine Reise an, deren Auswirkungen womöglich das Potential entfalten, das gesamte Repertoire zu beeinflussen.«
Junges Mozart-Ensemble
Barrie Kosky und Philippe Jordan erarbeiten den Don Giovanni mit einem jungen, auch szenisch herausragenden Mozart-Ensemble: Zu erleben sind der international gefragte US-amerikanische Bassbariton Kyle Ketelsen in seinem Hausdebüt als Don Giovanni und der Figaro der jüngsten Wiederaufnahme von Le nozze di Figaro Philippe Sly als Leporello, sein Rollendebüt am Haus. Ein internationales Rollendebüt als Donna Elvira gibt mit der Premiere Publikumsliebling Kate Lindsey. Mit Rollendebüts am Haus sind Stanislas de Barbeyrac als Don Ottavio und Opernstudio-Mitglied Patricia Nolz als Zerlina zu erleben. Als Donna Anna kehrt Sopranistin Hanna-Elisabeth Müller zurück an die Wiener Staatsoper; Ain Anger singt den Komtur und Peter Kellner den Masetto.
Weitere Meldungen vom 03.12.2021
- [03.12.2021] »Jauchzet, frohlocket!«
-
Zweimal Weihnachtsoratorium mit der Gaechinger Cantorey
- [03.12.2021] Debüt im Deutschlandfunk Kultur
-
Drei Berlin-Debütantinnen sind mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin in der Philharmonie zu erleben
- [03.12.2021] Giora Feidman feiert 75-jähriges Bühnenjubiläum
-
Deutschland-Tournee ab Januar 2022 mit dem Rastrelli Cello Quartett
- [03.12.2021] Premiere von »Don Giovanni« an der Wiener Staatsoper
-
Die Neuinszenierung ist der Beginn für Barrie Koskys neuen Da Ponte-Zyklus
