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Meldung vom 30.10.2019

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Dresdner Philharmonie spielt Skandalsinfonie von Friedrich Schenker

Sinfonie in memoriam Martin Luther King

30 Jahre nach dem Mauerfall holt die Dresdner Philharmonie Musik aus den Depots, die seinerzeit erhebliches Aufsehen erregte. Hält sie heutigem Hören stand? Was ist neu zu entdecken und anders zu bewerten? Im Mittelpunkt steht Friedrich Schenkers Sinfonie in memoriam Martin Luther King.

Türen schlugen, Teile des Publikums verließen erbost das Konzert. Und noch wochenlang wurde in der Presse über dieses Ereignis diskutiert: Friedrich Schenkers Sinfonie In memoriam Martin Luther King war bei ihrer Uraufführung 1972 ein handfester Skandal. Chefdirigent Kurt Masur hatte sich vehement für die Aufführung des Werkes eingesetzt. Das Anliegen, musikalisch den Kampf der Bürgerrechtsbewegung um Martin Luther King und Angela Davies abzubilden und zu unterstützen, entsprach dem Zeitgeist. Dennoch schimpften Besucher in Leserbriefen danach über „Blechgetön und Disharmonie“, die Sinfonie sei „zu lang und zu laut“. Andere widersprachen und meinten, „wie Schenker mit seinen Mitteln ausdrucksstark Ekstase, Scheinruhe, Verzweiflung (und) Aufruhr darzustellen vermochte, sei „nicht zu überhören“ gewesen.

Diese Uraufführung ist nur ein Beispiel für die Wirkmächtigkeit neuer Musik in der DDR, die oft zu unrecht ins Depot geschoben wurde. Anliegen des Thementags ist es, diese Musik neu nach ihrem Gehalt und ihrer künstlerischen Substanz zu befragen.

Darüber hinaus stellt das Ensemble AuditivVokal auf Einladung der Dresdner Philharmonie an diesem Tag fünf neue Vokalwerke vor, die um das Thema „Musik – Demokratie – Europa“ kreisen. Das Collegium Novum Zürich präsentiert vier Werke von Paul-Heinz Dittrich, Georg Katzer/Wolfgang Hilbig, Wilfried Jentzsch und Friedrich Goldmann, die den Zeitraum von vier Jahrzenten umspannen. Sie lassen nachvollziehen, welch unterschiedliche Wege jene Komponisten gegangen sind, die in den 1970er Jahren den Aufbruch vollzogen hatten. Frank Schleinsteins Film über den Komponisten Friedrich Goldmann von 1990 beschließt den Thementag.

Tickets à 5 Euro pro Veranstaltung sind über den Ticketservice der Dresdner Philharmonie und an der Abendkasse zu erwerben.

Deutschlandfunk Kultur zeichnet den Thementag auf und sendet ihn am selben Abend zeitversetzt.

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