Thomas Larcher mit renommiertem Kompositionspreis ausgezeichnet
Am 4. Oktober wurde der österreichische Komponist Thomas Larcher mit dem „Prix de Composition Musicale“, dem Kompositionspreis der Fondation Prince Pierre (Monaco), ausgezeichnet. Den mit 75.000 € dotierten Preis erhält er für seine Sinfonie Nr. 2 Kenotaph aus dem Jahr 2016. Der „Prix de Composition Musicale“ wird seit 1960 vergeben. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern zählen Pierre Boulez, Sofia Gubaidulina, György Ligeti, György Kurtag oder Heinz Holliger. Dem musikalischen Beirat unter Vorsitz von Betsy Jolas gehören u.a. Aribert Reimann, Julian Anderson, Helena Tulve, Unsuk Chin und Augusta Read Thomas an. Die Fondation Prince Pierre wurde von Prinz Rainier III in Gedenken an seinen Vater, der ein Liebhaber der Künste war, gegründet. Heute steht sie unter dem Vorsitz von Prinzessin Caroline von Hannover und setzt sich für die Förderung zeitgenössischer Literatur, Musik und Kunst ein. Die Preisverleihung fand im Salle Garnier des Opernhaus von Monte-Carlo statt.
Thomas Larchers zweite Sinfonie ist eine Auseinandersetzung mit der Form der klassischen Symphonie. Ihr Klangspektrum reicht von der Intimität eines Kammerensembles bis hin zu der Vielfalt eines vollen Orchesters. Der Komponist sagte dazu: „Ich möchte die Formen unserer musikalischen Vergangenheit im Kontext unserer heutigen (musikalischen und menschlichen) Erfahrungen erkunden. Wie können wir eine zeitgemäße Tonsprache finden? Und wie können die alten Formen zu uns sprechen? Solche Fragen stelle ich mir oft.“ Der Untertitel „Kenotaph“ bezeichnet ein leeres Grab für Verschollene und Vermisste. Larcher komponierte das 2016 von den Wiener Philharmonikern uraufgeführte Werk unter dem Eindruck der Tragödien um die zahlreichen im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge.
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