12. Wittenberger Renaissance Musikfestival - Beginn des Vorverkaufs
Zum 1. August 2017 startet das 12. Wittenberger Renaissance Musikfestival seinen Kartenvorverkauf. Im Jubiläumsjahr der Reformation steht auch beim Wittenberger Renaissance Musikfestival der große Reformator und Denker Martin Luther im Zentrum des Programms. Unter dem Motto Vater der Lieder – Martin Luther und die Musik« präsentiert das Festival vom 20. Oktober bis zum 05. November insgesamt 13 Konzerte, 11 Kurse für Instrumentalspiel und Tanz und natürlich den Historischen Tanzball sowie die Instrumentenausstellung im Alten Rathaus. Sowohl internationale Spitzenkünstler als auch selten zu erlebende Instrumentalvirtuosen gastieren vor großartiger Kulisse und bereichern das ohnehin sehr dichte Kulturprogramm in der Reformationswoche mit musikalischen Hochgenüssen.
Denkt man an die Reformation und ihren Wegbereiter Martin Luther, so denkt man zuerst an die weitreichenden gesellschaftlichen und religiösen Veränderungen, die sein Thesenanschlag vor 500 Jahren in Gang setzte. Martin Luther war aber nicht nur mutiger Vordenker, er war auch kunstsinniger, musikalischer und geselliger Privatmensch. Und auch diese Seiten seines Charakters waren prägend für das Wesen und Wirken der Reformation und letztendlich für die Entwicklung der Kirchenmusik.
So verwundert es nicht, dass der Festivalleiter Thomas Höhne den Reformator als den Vater der Lieder« ins Zentrum seines diesjährigen Programms stellt und daran erinnert, wie lebensnotwendig die Musik für Martin Luther war. Er komponierte, dichtete, sang und spielte selbst Laute. Musik als wirksames Mittel gegen Sorge, Trauer und Hass war für ihn untrennbar mit der religiösen Praxis verbunden. Luther vertonte zahlreiche Psalmen, komponierte regelrechte Ohrwürmer, die dazu dienten, Glaubenstexte zu verinnerlichen und führte letztendlich den deutschsprachigen Gemeindegesang im Gottesdienst ein. Sein Wirken in der Musik beeinflusste das kompositorische Schaffen von Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach, es prägte die Chorbewegung und ermöglichte erst den Beruf des Kirchenmusikers. Damit wurde die Tradition der evangelischen Kirchenmusik in Wittenberg begründet, was nach wie vor ideengebend und identitätsstiftend für das Renaissance Musikfestivals ist.
Mit Pauken und Trompeten, sprich in großer Besetzung, wird die Wittenberger Hofkapelle - als gastgebendes Ensemble des Festivals - in diesem Jahr erstmals das Eröffnungskonzert gestalten (Fr, 20.10.). Für ihren Leiter Thomas Höhne, der das Festival 2006 gründete, war dies ein großer und persönlicher Wunsch; auch um exponiert auf die reiche regionale Musiktradition zu verweisen und diese zu zelebrieren.
Um nah bei Luther zu bleiben, verkörpern Gesang und das Musizieren auf der Laute den roten Faden des Festivalprogramms. Dabei vermitteln das renommierte Calmus Ensemble (So, 22.10), die Sänger von VocaMe (Di, 24.10.), der Kinderchor der Oper Leipzig (Sa, 21.10.), der Tenor Johannes Weiss (Mo, 23.10.), der Chor der Valparaiso Universität aus Indiana/ USA (So, 05.11.) und die Sopranistin Julla von Landsberg (Sa, 28.10.) einen Eindruck von der berührenden Kraft des Gesangs. Mit der Lautten Compagney (So, 22.10.), dem Leipziger Barockorchester (So, 05.11.) und den Solisten Rolf Lislevand (So, 29.10.), Lorenz Duftschmid (Di, 31.10.) und Christoph Sommer (Mi, 25.10.) kehren renommierte und international gefeierte Virtuosen der Lautenmusik zum Festival zurück.
Erstmals präsentiert das Festival mit dem Potsdamer Ensemble I Confidenti (Fr, 27.10.) auch Musiktheater. Mit Maskenspiel, Chören und Instrumentalmusik bieten sie in Dolcissima Speranza« ein Mysterienspiel dar, das Luthers Lieder mit Kompositionen von Schütz und Monteverdi verbindet. Besonders ist hierbei, dass das Bühnenbild der Produktion unter Mitwirkung von Schülern des Wittenberger Melanchthon-Gymnasiums entsteht und das Orchester mit Schülern der Musikschule der Wittenberger Hofkapelle besetzt ist.
Karten sind ab sofort über die Tickethotline 03491.419260 oder unter www.reservix.de erhältlich.
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