Franco Fagioli mit Rollendebüt in Rossinis "Semiramide"
Franco Fagioli gibt ab 2. Mai an der Opéra national de Lorraine in Nancy sein Rollendebüt als Arsace in Rossinis Semiramide. In der Neuproduktion wird die Figur zum ersten Mal überhaupt von einem Mann gesungen. Einzelne Arien aus „Semiramide“ präsentierte Franco Fagioli bereits auf seinem Solo-Album mit Rossini-Arien bei der Deutschen Grammophon, deren Exklusivkünstler er seit 2015 ist. Nun kehrt er an das Opernhaus zurück, an dem er 2012 in Vincis Artaserse seinen internationalen Durchbruch feierte.
Die Ära der Kastraten war zu Rossinis Zeiten vorbei, weswegen die sogenannten Hosenrollen – darunter der junge Held Arsace – meist von Mezzosopranen besetzt wurden. Semiramide ist die letzte Oper, die Rossini für Italien komponierte, bevor er nach Paris übersiedelte. Rossini und sein Librettist Gaetano Rossi legten bei ihrer Beschäftigung mit der assyrischen Königin Semiramide einen Schwerpunkt auf ihre Sühne für den Jahre zuvor begangenen Mord an ihrem Ehemann König Nino – ein Königsmord. Die Oper war nach der Uraufführung 1823 während des gesamten 19. Jahrhunderts ein großer Erfolg.
Franco Fagioli wurde als erster Countertenor in der Geschichte des Labels von der Deutschen Grammophon unter Vertrag genommen. Der Argentinier wird für seine spektakuläre Technik, seinen großen Tonumfang und seine gesangliche Durchsetzungskraft als gegenwärtig virtuosester Countertenor weltweit gelobt. Für seine CD-Aufnahmen erhielt er Auszeichnungen wie den Gramophone Editor’s Choice, Diapason d’Or und den Echo Klassik. Demnächst widmet er sich den Opern Händels: Am Teatro Colón in Buenos Aires singt er die Hauptrolle in Giulio Cesare, außerdem steht er im September an der Mailänder Scala als Andronico in Tamerlano auf der Bühne.
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