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CD-Besprechung

Ottorino Respighi

Roman Trilogy

Naxos 8.574013

1 CD • 62min • 2018

04.06.2019

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Ottorino Respighis „Römische Trilogie“ führt ein merkwürdiges Dasein in der musikalischen Welt: Einerseits erfreuen sich diese drei Sinfonischen Dichtungen – Fontane di Roma, Pini di Roma und Feste Romane – beim Publikum großer Beliebtheit, und auf dem Tonträgermarkt existieren zahlreiche Einspielungen (an derartigen prachtvoll besetzten Werken demonstriert die Tonträgerindustrie gern ihre jeweils neuesten Aufnahme- und Wiedergabetechniken), andererseits gehört es in den Zirkeln der sich geschmacklich avantgardistisch Dünkenden zum guten Ton, über diese Musik die Nase zu rümpfen. Schnell ist man mit Prädikaten wie „oberflächlich“, „lärmend“ oder „Filmmusik“ bei der Hand.

Nun enthalten diesen Partituren in der Tat etwas Kinematographisches: Respighi praktiziert eine Art Klangfotografie, die von ihm in Musik gesetzten Eindrücke sind ausgesprochen konkret, ohne dabei unbedingt im nacherzählenden Sinn programmatisch zu sein. Um in Musik gesetzte Philiosophie handelt es sich sicherlich nicht, aber warum soll man nicht an Respighis hervorragender Orchestrierung und seinem unfehlbaren Sinn für den dramaturgisch wohlgesetzten Effekt seine Freude haben?

JoAnn Falletta und das Buffalo Philharmonic Orchestra beschreiten in ihrer Einspielung der Werke genau den richtigen Weg: Zum einen gelingt es den Musikern, auch die kleinste Einzelheit des orchestralen Geflechts zu erfassen, was keine geringe Leistung darstellt angesichts der überbordenden Wucht von Respighis Klangballungen. Unterstützt werden sie dabei von einem Klangbild, das röntgenologisch genaue Transparenz mit Opulenz und Wärme zu einem eindrucksvollen Gesamteindruck verbindet. Zum anderen entwickelt Falletta die Musik aus dem Detail heraus, statt von vornherein auf Überwältigung zu setzen. Dies hat zur Folge, dass – bei aller byzantinischen Pracht von Respighis Klangsprache – sich eigentlich nie der Eindruck von Plakativität sich aufdrängt. So treten die zahlreichen musikalischen Werte zu Tage, die sich auch in den Römischen Festen finden lassen – dem Werk der Trilogie, dem allgemein die geringste Qualität bescheinigt wird. Zu Unrecht, wie man nun hört: Das Stück hat sowohl auf koloristischer als auch auf harmonischer Ebene mehr zu bieten als gemeinhin angenommen.

Neben Detailreichtum und Transparenz hat die Einspielung noch etwas Anderes zu bieten – etwas, das sich nur zwischen den Notenzeilen erschließt: Respekt vor dem Werk. Falletta und das, zumindest in dieser Einspielung, hervorragende amerikanische Orchester interpretieren diese Kompositionen, als seien sie die besten der Welt. Man spürt, dass die Dirigentin rückhaltslos an diese Musik glaubt und mit viel Herzblut alles aus ihr herausholt, was möglich ist. Und, wie es Herbert Blomstedt einmal formuliert hat: „Wenn die Musiker merken, dass der Dirigent das Werk ernst nimmt, dann tun sie es auch.“ Das Ergebnis ist: eine hervorragende Einspielung der „Römischen Trilogie“, die sich vor den allerbesten nicht zu verstecken braucht.

Thomas Schulz [04.06.2019]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ottorino Respighi
1Feste romane 00:23:59
5Fontane di Roma 00:15:55
9Pini di Roma 00:22:01

Interpreten der Einspielung

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