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CD-Besprechung

Geoffrey Bush

Songs

Geoffrey Bush

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 13.01.15

Lyrita SRCD.343

1 CD • 78min • 2013

Geoffrey Bush (1920-1998), dessen Name mir bislang kein Begriff war (und der Mehrzahl der Leser auch nicht sein dürfte), war ein angesehener englischer Komponist und Musikwissenschaftler, der sich in letzterer Funktion auf die Musik seines Heimatlandes im 19. und 20. Jahrhundert spezialisiert hatte. Sein kompositorisches Werk umfasst fünf Opern, zwei Sinfonien, etliche Chöre und zahlreiche Lieder, von denen hier eine repräsentative Auswahl aus viereinhalb Jahrzehnten vorgelegt wird.

Sie lohnen das Kennenlernen, da Bush zwei wichtige Voraussetzungen der Liedkomposition erfüllt: er denkt immer an die Möglichkeiten der menschlichen Stimme und er versenkt sich in die vertonten Texte, mit dem Ziel, in seiner Musik deren verborgene Qualitäten zu entdecken und zu offenbaren. Daraus folgt, dass er nicht zur musikalischen Avantgarde zu rechnen und keinen Ismen zuzuordnen ist. Die Zeitlosigkeit seines Stils, der mit den Jahren nur geringfügig variiert, ist insofern eine Qualität, als sie ihm erlaubt, in das Wesen der Dichtungen einzudringen, die überwiegend aus entfernten Epochen (bis zurück ins erste nachchristliche Jahrhundert) stammen. Eine Ausnahme bilden die Texte seiner Zeitgenossen Stevie Smith (hier handelt es sich um eine Auftragsarbeit der BBC) und Kathleen Raine (The End of Love).

In dem jungen britischen Sänger Simon Wallfisch, der aus dem Zürcher Opernstudio hervorgegangen ist, und dem Pianisten Edward Rushton hat er zwei Interpreten gefunden, die in der Lage sind, Interesse an seinen hierzulande unbekannten Kompositionen zu wecken. Wallfischs tenoraler Bariton ist das ideale Instrument für die meisten der Gesänge, die eigentlich für eine hohe Stimmlage geschrieben sind. Mit Fortschreiten des Programms bewundert man die interpretatorische Wandlungsfähigkeit des Sängers immer mehr, der in dem Pianisten einen sowohl unterstützenden wie herausfordernden Begleiter hat. Das anfangs interesselose Wohlgefallen an Bushs Musik weicht beim Hören bald gespannter Neugier, die dann in den meisten Liedern, speziell den Five Medieval Lyrics, auch befriedigt wird.

Das Booklet enthält ausführliche Werkeinführungen in englischer Sprache, aber leider keine Liedtexte, die trotz der plastischen Diktion des Sängers wünschenswert gewesen wären.

Ekkehard Pluta [13.01.2015]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Bush The Impatient Lover 00:01:39
2 Upon the Loss of his Mistresses 00:02:59
3 To Electra 00:02:14
4 Upon Julia's Clothes 00:01:13
5 Fanfare 00:01:01
6 Flowers 00:01:54
7 A Curse 00:01:57
8 The Mosquito 00:01:38
9 Night 00:02:17
10 Lullaby 00:02:04
11 The Poet's Epitaph 00:02:34
12 Diaphenia 00:02:00
13 Lay a Garland on my Hearse 00:01:46
14 What Thing is Love? 00:00:55
15 Weep you No More Sad Fountains 00:03:20
16 Now the Lusty Spring is Seen 00:01:26
17 Avondale 00:01:48
18 My Cats 00:01:45
19 Echo's Lament for Narcissus 00:03:12
20 The Kiss 00:01:13
21 A Rebuke 00:01:35
22 Lament 00:02:51
23 Far-darting Apollo 00:03:14
24 The End of Love 00:02:43
25 Introspection 00:04:40
26 Merciless Beauty 00:02:19
27 Colloquy 00:01:47
28 Confession 00:01:46
29 Carol 00:02:35
30 The Vanity of Human Wishes 00:03:18
31 Rutterkin 00:01:38
32 O, the Month of May 00:02:45

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Simon Wallfisch Bariton
Edward Rushton Klavier
 
SRCD.343;5020926034328

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