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CD-Besprechung

Eben Petr: Konzert Nr. 1 für Orgel und Orchester (Symphonia Gregoriana)

OehmsClassics 1 CD/SACD OC 643

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 26.10.10

OehmsClassics OC 643

1 CD/SACD • 57min • 2009

Als der Prager Kompositionsstudent Petr Eben (1929-2007) sein erstes Orgelkonzert mit dem alternativen, politisch seinerzeit weniger korrekten Titel Symphonia gregoriana verfaßte, hatte er offensichtlich hohe, wenn nicht gar hypertrophe Ambitionen. Die Examensarbeit des damals 25-jährigen sollte, den Eindruck gewinnt man noch vor dem Ende des knapp halbstündigen Kopfsatzes, ganz unverkennbar eines jener universellen Stücke werden, die jedes musikalische Plansoll nicht nur erfüllen, sondern vermöge seiner Dimensionen und geistigen Ansprüche weit hinter sich lassen. Das ist einem jungen Mann nicht zu verdenken: Wer schon mal das entsprechend große Notenpapier hat, um ein mächtiges Orchester mit der Königin der Instrumente zu vermählen, wer überdies die Grunddisziplinen des Tonsatzes und die historischen Phänomene bis zurück zum gregorianischen Choral beherrscht, der darf auch mal in der hier demonstrierten Weise über die Stränge schlagen, um die Welt der Professoren in Erschütterung zu versetzen.

Zu hören ist diese „gregorianische Sinfonie“ am besten in zwei Teilen: Nach dem massiven, von riesigen Steigerungen und weiträumig-meditativen Phasen durchzogenen Moderato – più mosso rät der Rezensent zu einer längeren Pause, auf dass die anschließende halbe Stunde mit den Sätzen II bis IV auch die gebotene Aufmerksamkeit erfahre. Ehrenrührig ist daran nicht das mindeste: Petr Eben bezeichnete Gustav Mahler als eines seiner großen schöpferischen Vorbilder, und der hat bekanntermaßen verschiedene seiner Sinfonien in zwei oder gar drei Abteilungen getrennt, um eben denselben Effekt zu erzielen.

Gewiß werden einem dann im Allegro risoluto-Scherzo einige kompositorische Balanceprobleme zwischen Solo und Tutti auffallen. Doch andererseits kommt eine hinlängliche Rast nicht nur der an dritter Stelle stehenden Adagio-Meditation, sondern auch dem Allegro vivace-Finale zugute, das als „Festliches Postludium“ noch einmal die Tugenden des Aufnahmeortes, des Orchesters und der vorzüglich traktierten Georg-Jann-Orgel im Bamberger Joseph-Keilberth-Saal zusammenfaßt. Ein ausführlicher Begleittext rundet den schönen Gesamteindruck ab.

Rasmus van Rijn [26.10.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 P. Eben Konzert Nr. 1 für Orgel und Orchester (Symphonia Gregoriana) 00:56:35

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Gunther Rost Orgel
Bamberger Symphoniker - Bayerische Staatsphilharmonie Orchester
Gabriel Feltz Dirigent
 
OC 643;4260034866430

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