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CD-Besprechung

Supraphon SU 3782-2

1 CD • 75min • 1965

10.01.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Einfach hinreißend ist die hier von Supraphon in vorzüglichem 24bit-Remastering vorgelegte Wieder-Begegnung mit der Ausnahme-Geigerin Ida Haendel. Den Anfang macht Glasunows Violinkonzert op. 82, eingespielt 1965. Ungeachtet der Einspielungen von Größen wie Milstein, Perlman, Vengerov und Zimmermann ist dies für mich die Referenzaufnahme. Mit ihrem kaum aufdringlichen Vibrato, diesen weit geöffneten, blühenden Höhen, geschmackvoll diskretem Rubato und der mühelosen Leichtigkeit noch in den virtuosesten Passagen brachte Ida Haendel hier die meines Erachtens bisher natürlichste und zugleich musikantisch anrührendste Darbietung zustande. Ähnliches möchte man über das zweite Violinkonzert von Henryk Wieniawski sagen, das von großen Geigern noch weniger beachtet wird als das Konzert von Glasunow. Derart überzeugt hat mich in den letzten Jahren nur noch eine einzige jüngere Aufnahme eines Wieniawski-Konzertes – der zu Herzen gehende live-Mitschnitt des Konzerts Nr. 1 von 1988 mit der gerade 20 Jahre jungen Midori Goto, begleitet vom St. Louis Symphony Orchestra unter Leonard Slatkin (Sony CD SK 89700).

Wie wohltuend sich das beseelte Musizieren Ida Haendels von „Hollywood-artigen“ Stargeigern absetzt, erlebt man am ehesten im direkten Vergleich mit den Einspielungen von Jascha Heifetz (Glazunov: RCA BMG 9026 61 744-2; Wieniawski: EMI 555 764 251-2), die zwar mitreißend und atemberaubend sind, doch längst nicht so zu Herzen gehen wie diese beiden 1965 im Prager Rudolfinum gemachten Aufnahmen. Einen guten Anteil an dieser Wirkung hat auch das Prager Rundfunksinfonieorchester, das unter Vaclav Smetacek zur Höchstform auflief und Vollblutmusizieren bester böhmischer Tradition beisteuert. Bedeutende Beigaben sind die Aufnahmen aus dem Prager Rundfunkarchiv von Strawinskys Divertimento und Tartinis Teufelstriller-Sonate, entstanden in den Jahren 1957 und 1962. Mit ihrem Begleiter Alfred Holecek entwickelte Ida Haendel hier einen Schwung, wie man ihn heutzutage kaum noch erleben kann. Das Remastering der monauralen Strawinsky-Aufnahme ist wunderbar, die Tontechniker haben größten Wert auf die Erhaltung der Natürlichkeit des Klanges gelegt haben. Diese CD ist ein Muß nicht nur für Liebhaber und Kenner, sie kann auch all denen als Beispiel und Vorbild dienen, für die höchste Virtuosität zum Selbstzweck geworden ist.

Dr. Benjamin G. Cohrs [10.01.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Alexander Glasunow
1Violinkonzert a-Moll op. 82
Henryk Wieniawski
2Konzert Nr. 2 d-Moll op. 22 für Violine und Orchester
Igor Strawinsky
3Divertimento für Violine und Klavier
Giuseppe Tartini
4Sonate g-Moll op. 1 Nr. 4 (Teufelstriller-Sonate)

Interpreten der Einspielung

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