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CD-Besprechung

Neujahrskonzert 2004

Neujahrskonzert 2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 15.03.04

Klassik Heute
Empfehlung

DG 474 900-2

2 CD • 1h 41min • 2004

Im Jahr 2004 wird der zweihundertste Geburtstag von Johann Strauß-Vater begangen, und im Zeichen dieses Jubiläums stand diesmal das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. Der „alte“ Strauß, der ein Lebenspensum von bloß 45 Jahren erreichte, steht noch immer, ebenso wie seine Söhne Josef und Eduard, im Schatten der überragenden Gestalt des „Walzerkönigs“. Zu Unrecht, wie man immer wieder betonen muß, denn zumindest Johann senior und sein Sohn Josef waren absolut eigenständige und geniale Musiker. Vom jüngsten Strauß mit Namen Eduard kann man das wohl nicht so voll und ganz behaupten, aber auch er war ein würdiges Mitglied der ruhmreichen Dynastie.

Das Programm des Neujahrskonzerts 2004 hat manche Besucher wegen seiner unkonventionellen Gestaltung ein wenig befremdet, doch dieser scheinbare Mangel erweist sich für das Anhören der beiden CDs als absolut gewinnbringend. So viele „Novitäten“ waren wohl kaum jemals in einem dieser traditionellen Konzerte enthalten. Die Kompositionen von Johann Strauß sen. (arrangiert von dem kompetenten Strauß-Forscher Michael Rot) fesseln durch ihren echt Wienerischen „Schmiß“ ebenso wie durch die Fülle von Melodien und Harmonien. Dazu Lanner und alle drei Brüder Strauß mit subtil ausgewählten Stücken. Wie immer erlebt man eine kleine Chronik laufender Ereignisse in diesen Kompositionen: so erinnert der Cachucha-Galopp an die weltberühmte Tänzerin Fanny Elßler, die Zigeunerin-Quadrille an einen damaligen Opernerfolg des irischen Komponisten Balfe, die Sperl-Polka an ein bekanntes Wiener Restaurant. Daß die obligaten Zugaben (Donauwalzer und Radetzkymarsch) nicht fehlen, bedarf wohl keiner Erwährung. Zum vierten Mal war Riccardo Muti der Dirigent des Neujahrskonzerts. Muti und die Wiener Philharmoniker stehen schon seit langem in bester harmonischer Künstler-Verbindung, und auch dieses vorbildlich gestaltete, mit Finesse und Temperament ausgeführte Konzert strahlt so viel Eleganz und Lebensfreude aus, wie sie trotz aller weltpolitischen Veränderungen immer und immer wieder aus dieser unversiegbaren Quelle der Alt-Wiener Tanzmusik hervorspriesst.

Clemens Höslinger [15.03.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Strauß (Sohn) Es war so wunderschön op. 467 (Marsch)
2 J. Strauß (Vater) Beliebte Sperl-Polka op. 133
3 Philomelen-Walzer op. 82
4 Frederica-Polka op. 239
5 Cachucha Galopp
6 J. Lanner Hofball-Tänze op. 161 (Walzer)
7 Tarantel-Galopp op. 125
8 J. Strauß (Vater) Ouvertüre (aus: Das Spitzentuch der Königin)
9 Zigeunerin-Quadrille op. 24
10 Accelerationen op. 234 (Walzer)
11 Satanella-Polka op. 124
12 Jsf. Strauß Eislauf op. 261 (Polka schnell)
13 J. Strauß (Sohn) Csárdás (aus: Die Fledermaus)
14 E.  Strauß Mit Vergnügen op. 228 (Polka schnell)
15 Jsf. Strauß Stiefmütterchen op. 183 (Polka mazur)
16 J. Strauß (Sohn) Champagner-Polka op. 211 (Musikalischer Scherz)
17 Jsf. Strauß Sphärenklänge op. 235 (Walzer)
18 J. Strauß (Sohn) Im Sturmschritt op. 348 (Polka schnell; aus: Indigo und die vierzig Räuber)
19 J. Strauß (Vater) Indianer-Galopp op. 111
20 Neujahrsgruß
21 J. Strauß (Sohn) An der schönen blauen Donau op. 314 (Walzer)
22 J. Strauß (Vater) Radetzky-Marsch op. 228

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Wiener Philharmoniker
Riccardo Muti Dirigent
 
474 900-2;0028947490029

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