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CD-Besprechung

Naxos 8.557145

1 CD • 57min • 2002

16.01.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Mit dieser Neuerscheinung ist der Naxos-Zyklus der sieben Bax-Sinfonien zu einem überaus glücklichen Ende gekommen. Nach dem bedauerlichen Tiefpunkt der Sechsten gelingt dem Dirigenten, Musikforscher und Noten-Herausgeber David Lloyd-Jones in der Siebten das Meisterstück einer wohl kaum überbietbaren Referenzeinspielung. Die angezogenen Tempi in den ersten beiden Sätzen tun dem Stück sehr gut. Das Allegro war bei Bryden Thomson (Chandos 8906-10) etwa zwei Minuten länger und wirkte dadurch recht charakterlos, ja mitunter geschwätzig. Lloyd-Jones zeigt hier viel Sinn für eine fast filmreife Action-Dramaturgie; dadurch bekommt der Satz einen umwerfenden Drive – zumal die hohen Streicher weitaus besser präpariert sind als in der Einspielung der Sechsten.

Auch dem langsamen Mittelsatz bekommt das flüssigere Tempo sehr gut; Thomson benötigte mit 16’24 gut dreieinhalb Minuten mehr dafür. Die bei ihm unerträgliche Larmoyanz weicht bei Lloyd-Jones einer irisierend-schwebenden, Gänsehaut erzeugenden Atmosphäre, die höchst subtil mit Schattierungen in Dynamik, Phrasierung und Balance umgeht. In den weit atmenden, erzählenden Linien gibt es nie Zäsuren. Dadurch wird eine geradezu unerhörte Spannung erzeugt und der vorgeschriebene Charakter „In legendary mood“ wohl kongenial getroffen. Man fühlt sich – und das ist wohl das größte Kompliment an einen lebenden britischen Dirigenten – immer wieder an Sir John Barbirolli erinnert, von dem es einige wenige legendäre Bax-Einspielungen gibt. Überhaupt ist beeindruckend, wie meisterhaft Lloyd-Jones hier generell den Holzbläsern zu ihrem Recht verhilft und Mischfarben zur Geltung bringt (insbesondere bei Streicher-/Bläser-Kombinationen der gleichen Linie).

Für das Finale nimmt sich der Dirigent etwas mehr Zeit; der Satz gewinnt dadurch eine Innigkeit, die mir beim Hören Tränen in die Augen trieb. Das der Sinfonie vorangestellte Tintagel erweist sich hier dramaturgisch geschickt plaziert: Der Finalsatz greift die Stimmung dieser klanglich ebenfalls fulminant organisierten Tondichtung wieder auf, auch wenn bei Tintagel vielleicht hie und da unwichtige Binnenstimmen führende Hauptstimmen über Gebühr verblassen lassen – insbesondere erstes Horn, erste Trompete und Posaune sind in den Bläserchorälen manchmal zu schwach. Seine eigentliche Sternstunde hatte Lloyd-Jones in der Sinfonie, worauf sich die hohe Wertung vor allem bezieht. Naxos, dem Orchester und dem Dirigenten gebührt der gar nicht hoch genug zu schätzende Verdienst, die eindrucksvollen Sinfonien von Arnold Bax erstmals für ein breites, internationales Publikum vefügbar gemacht zu haben.

Benjamin-G. Cohrs

10, 10, 10

Dr. Benjamin G. Cohrs [16.01.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Arnold Bax
1Tintagel (Tondichtung, 1919)
2Sinfonie Nr. 7 (1939)

Interpreten der Einspielung

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