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Besprechung CDDulcis Memoria

Dulcis Memoria

Organ Music of the Polish-Lithuanian Commonwealth
Alina Rotaru

TYXart TXA26216

1 CD • 57min • 2025

18.10.2026

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

„Dulcis Memoria“ ist die Einspielung von Alina Rotarus betitelt, was so viel heißt wie „Süße Erinnerung“. Rotaru zeichnet hier das Klangbild einer historischen Grenzregion nach, in der polnische, litauische, deutsche, italienische und niederländische Traditionen auf engem Raum zusammenkamen. Die Einspielung vereint Werke von Hans Leo Haßler, Giovanni Picchi, Orazio Vecchi, Jakob Meiland, Paul Siefert, Marco Antonio Cavazzoni, Johannes Caioni, Girolamo Cavazzoni und anonymen Meistern. Viel „Kleinzeug“ mithin, aber das Programm ist insgesamt überaus farbig und überraschend kohärent. Rotaru geht den Spuren einer Musikkultur nach, deren Spuren oft nur fragmentarisch überliefert sind.

Ein musikalischer Dialog

Das Repertoire der polnisch-litauischen Adelsrepublik verbindet venezianische Mehrchörigkeit und Tänze, deutsche Choralbearbeitungen, italienische Canzonen sowie litauische und polnische Elemente zu einem beziehungsreichen Panorama europäischer Musikgeschichte abseits der großen Zentren. Durchaus reizvoll ist, dass die CD nicht nach nationalen Schubladen sortiert. Stattdessen entsteht ein musikalischer Dialog: Die italienisch geprägten Tänze und Canzonen stehen neben geistlichen Bearbeitungen, während die anonym überlieferten Stücke der Sammlung einen unmittelbaren, bisweilen volkstümlichen Ton anschlagen. Gerade diese Mischung verhindert den Eindruck eines musealen Repertoireüberblicks.

Die Orgel als Protagonistin

Rotaru spielt die Renaissance-Orgel von Uttum in Ostfriesland, ein Instrument von europäischem Rang, dessen Restaurierung 2021 abgeschlossen wurde. Die Aufnahme ist laut Label die erste Gesamteinspielung, die sich seitdem ausschließlich diesem Instrument widmet. Die Orgel besitzt jene klare, vokale Klangqualität, die polyphone Linien unterscheidbar macht. Alina Rotarus Tempi atmen, ihre Artikulation ist ebenso lebendig wie präzise, sie lässt den Stücken Raum, ihre jeweiligen Charaktere zu entfalten: tänzerische Grazie hier, feierliche Würde dort. Besonders überzeugend geraten die Stücke, in denen rhythmische Energie und vokal gedachte Linienführung aufeinandertreffen. Es entsteht ein Spiel von bemerkenswerter Natürlichkeit – und genau darin liegt der Reiz dieser Einspielung.

Guido Krawinkel [18.10.2026]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Petrus de Drusina
1Præambulum 00:00:57
Anon.
2Fuga 00:01:23
Orazio Vecchi
3Mentr'io camp[a]i 00:01:31
Jakob Meiland
4Wollauf gutt gesell Von hinnen 00:02:53
Anon.
5Tantz and Coranta 00:01:59
6Ricercar 00:01:14
Hans Leo Hassler
7Chiara e lucente stella 00:01:57
Johannes Ciaoni
8Ein hübscher Tantz. Der Polnische Tantz. Catachio Gallarde 00:05:28
Anon.
9Phantasia tertii tonii 00:06:09
Diomedes Cato
10Canson Diomedis 00:01:45
Anon.
11Ardant [amour?] 00:02:29
12Lemma (Petrus de Drusina?) 00:01:01
Adam von Wagrowiec
13Ave maris stella 00:02:36
Anon.
14Douce memoire 00:03:55
15Dulcis memoria 00:03:43
16Saltus, Passamezzo, Tantz and Tantz 00:04:53
Petrus de Drusina
17Resonet in laudibus 00:02:13
Ivo de Vento
18Hor pensat' [al mio mal] 00:04:23
Giovanni Picchi
19Ballo alla Polacha 00:02:02
Anon.
20Polnischer Tanz 00:01:18
21Phantasia sexti tonii 00:03:21

Interpreten der Einspielung

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