The Art of Transformation
Franz Liszt
Tamta Magradze
2R Digital Classics 0422R
1 CD • 69min • [P]
21.10.2026
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Gesamteindruck:![]()
Ein beeindruckendes Debütalbum legt mit „The Art of Transformation“ die junge georgische Pianistin Tamta Magradze vor. Geboren in Tbilisi, wo sie auch ihren ersten Unterricht erhielt, konnte sie später u.a. durch den DAAD an die Musikhochschule Franz Liszt Weimar wechseln. Dass dort der Geist Liszts weht, verwundert nicht und für Magradze hat sein Œuvre schon immer eine besondere Bedeutung gehabt. Dabei scheint dieses konzeptionell auf den ersten Blick gar nicht so spannend zu sein, sind darauf doch ausschließlich Kompositionen von Franz Liszt zu hören. Und doch liegt es nahe, dass gerade mit seinen Werken eine Reise durch mehrere Jahrhunderte Musikgeschichte gelingt.
Franz Liszt war bekannt dafür, der wahrscheinlich wichtigste Arrangeur seiner Zeit zu sein: In einer Zeit, in der auf der einen Seite die großen Oper und Sinfonien verbreitet waren und auf der anderen Seite aber auch die niveauvolle (Laien-)Musik im privaten Umfeld etwa eines Salons Hochkonjunktur hatte, gelang es Liszt, Musik von den großen Bühnen in den kleinen Rahmen zu holen. Dabei gelang ihm eine „Art of Transformation“: So gelang es Liszt, den Geist des Originals beizubehalten und die Musik dabei aber nicht nur auf das Klavier zu übertragen, sondern daraus zugleich etwas Neues zu machen. Somit erklingt auf der CD der Pianistin Tamta Magradze zwar offiziell ‚nur‘ Musik von Franz Liszt, zugleich aber auch Musik von Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach und Franz Schubert.
Musik ganz im Zeichen der Verwandlung
Die Auswahl der Kompositionen hat die Pianistin ganz bewusst getroffen, da sie mal die große Form auf das Klavier übertragen und dann wiederum von der vokalen Form zur rein instrumentalen werden. Sarabande und Chaconne über Themen aus dem Singspiel ‚Almire‘ von Georg Friedrich Händel stellen da einen eindrucksvollen Beginn dar – zumal man das Werk von Händel sofort erkennt. Die folgenden Variationen über das Motiv ‚Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen‘ sind ein wunderbares Beispiel für Liszts Kunst der Transformation: Zwischendurch regelrecht klanggewaltig und in Liszts Epoche verankert, kehrt er am Ende noch einmal zu Bachs schlichtem Choral zurück. Es folgen Lied-Transkriptionen von Franz Schubert: Litanei auf das Fest aller Seelen, Mädchens Klage, Die Forelle und Soirée de Vienne. Hier wird die zeitliche und musikalische Nähe zwischen den beiden Komponisten hörbar. Zugleich ist es Liszt gelungen, im Klavier auf wunderbare Weise Gesangsstimme, Begleitung und Erzähler zu vereinen. Die Aufnahme schließt mit Franz Liszts großem Konzertsolo, das wiederum in sich eine Transformation erlebt hat, da Liszt dieses Werk später zum Concerto pathétique umgearbeitet hat. In der ursprünglichen Fassung für nur ein Klavier gehört es zu den technisch und musikalisch anspruchsvollsten Werken des Komponisten.
Herausragende Pianistin
Spätestens hier sollte klarwerden, dass Tamta Magradze eine herausragende Pianistin ist, denn sie setzt auch dieses Werk – wie die vorherigen auch – mit viel Gefühl und technischer Leichtigkeit um. Überzeugte sie bei den Adaptationen mit dem transparenten Spiel, das immer wieder auch das Original durchblinzeln ließ, so kann sie sich hier ganz in ihren Liszt hineinversenken. Zusammengenommen also ein ausgesprochen gelungenes Debüt, das nicht nur Liszts „Art of Transformation“ deutlich macht, sondern auch eindrucksvoll das Klavierspiel von Tamta Magradze in Szene setzt.
Verena Düren [21.10.2026]
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Komponisten und Werke der Einspielung
| Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
|---|---|---|
| CD/SACD 1 | ||
| Franz Liszt | ||
| 1 | Sarabande und Chaconne über Themen aus Händels Oper "Almira" S 181 | 00:12:37 |
| 2 | Variationen über Weinen, Klagen, Sorgen Zagen S 180 | 00:17:01 |
| 3 | Litanei auf das Fest Aller Seelen S 562,1 (nach F. Schubert) | 00:03:42 |
| 4 | Mädchens Klage S 563,2 (nach F. Schubert) | 00:04:53 |
| 5 | Die Forelle S 563,6 (Transkription des Schubert-Lieds) | 00:03:43 |
| 6 | Soirées de Vienne S 427 (Neun Valses Caprices nach Franz Schubert) | 00:06:44 |
| 7 | Großes Konzertsolo S 176 R 18 | 00:20:07 |
Interpreten der Einspielung
- Tamta Magradze (Klavier)
