Von der vorliegenden Einspielung und der bald folgenden Notenausgabe – bei Boosey & Hawkes – aller fünf Klaviersonaten des deutschsprachigen Prager Juden Hans Winterberg (1901-1991) dürfte nochmals ein entscheidender Impuls ausgehen, den Bekanntheitsgrad dieses durch widrige Umstände und völlig zu Unrecht nach seinem Tode in Vergessenheit geratenen Komponisten zu erhöhen. Winterberg überlebte das Nazi-Lager Theresienstadt und lebte ab 1947 in Bayern, wo auch etliche Werke von ihm aufgeführt wurde – jedoch anscheinend nie eine der Klaviersonaten. Auch ging kein einziges seiner Werke in Druck. Mit Jonathan Powell hat sich nun ein Virtuose allerersten Ranges nicht nur interpretatorisch mit dem Sonatenschaffen Winterbergs auseinandergesetzt, sondern als Musikwissenschaftler – Powell hat in den 1990ern eine Dissertation über Komponisten in der Skrjabin-Nachfolge verfasst – auch gleich die Werke für den Erstdruck ediert.