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Falsobordone

Bei den Begriffen Falsobordone, Faburden, Fauxbourdon handelt es sich nicht um bloße Sprachvarianten von musikalisch vermeintlich gleichen Sachverhalten. Der Faburden ist eine mehrstimmige Improvisationspraxis im 15. Jahrhundert in England. Hierbei wird die gregorianische Choralmelodie (cantus firmus, c.f.) parallel eine Quart höher verdoppelt, als dritte Stimme tritt eine flexibler gestaltete Unterstimme hinzu, die sich im Terz- und Quintabstand zur Choralmelodie bewegt. Dadurch entstehen Terz-Sextakkordketten mit Quint-Oktav-Klängen am Anfang und Ende und zwischendurch. Der c.f. liegt hier in der Mittelstimme. Der französische Fauxbourdon (ebenfalls 15. Jahrhundert) dagegen stellt eine Kompositionspraxis dar, die aber im Ergebnis ganz ähnlich aussieht. Zum cantus firmus (in der Oberstimme!) wird eine zweite Stimme im Sext- und Oktavabstand komponiert, die Mittelstimme wird nach festen Vorgaben hinzuimprovisiert. Die sich ergebenden Quartparallelen zur Oberstimme (die nach der damaligen Musiktheorie verboten waren!) tauchen somit nicht im Notenbild auf. Dreistimmig wird der Fauxbourdonsatz erst bei der Ausführung. Der Falsobordone schließlich ist eine Form der mehrstimmigen Vertonung von (hauptsächlich) Psalmen im ausgehenden 15. Jahrhundert. Die Psalmverse werden dabei in einer Art mehrstimmigem Sprechgesang Silbe für Silbe auf dem gleichen Akkord rezitiert, nur die Mittel- und Schlußkadenzen sind kunstvoller polyphon auskomponiert.

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