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CD-Besprechung

Jerusalem: Vision of Peace

Hyperion CDA67039

1 CD • 73min • 1998

01.05.1999

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Genau neunhundert Jahre nach der Eroberung Jerusalems besteht gewiß kein Anlaß zum Feiern, wohl aber zum Gedenken. Die Vision des Friedens im irdischen wie im himmlischen Jerusalem war es nämlich, die zu einer der blutigsten Auseinandersetzungen im Hochmittelalter führte. Von dieser Vision zeugt unter anderem Musik nordwesteuropäischer Provenienz, die mit den späteren Kreuzzügen zwischen 1189 und 1254 in Verbindung gebracht werden kann.

Da sind zunächst einstimmige Gesänge wie Hildegard von Bingens fast zehnminütige Sequenz O Jerusalem, die in Catherine Kings ebenso feinfühliger wie ausdrucksstarker Phrasierung stark faszinieren; zum anderen die von den Männerstimmen antiphonal vorgetragene Gregorianik, die einen Eindruck von der Liturgie unter freiem Himmel vermittelt; und schließlich die mehrstimmige Musik auf lateinische oder französische Texte mit ihren prägnanten Dreierrhythmen, in der die Gothic Voices dem Ideal einer etwas zur Schärfe neigenden Luzidität frönen. Es ist zwar unwahrscheinlich, daß die Kreuzfahrer diese Musik je in solcher klanglichen Perfektion sangen oder hören konnten; uns Heutigen aber eröffnet Christopher Pages Ansatz einen sinnvollen Zugang zu einer fernen, die Auseinandersetzung fordernden Welt.

Dr. Matthias Hengelbrock [01.05.1999]

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