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CD-Besprechung

Paweł Łukaszewski

Sacred Choral Works

Ondine ODE 1406-2

1 CD • 59min • 2021

18.01.2023

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Zwei volle Seiten beansprucht die aus seiner englischen Homepage ins Booklet dieses Albums übernommene Vita des polnischen Komponisten Paweł Łukaszewski (Jg. 1968) – eine nicht enden wollende Aufzählung gewonnener Preise und leitender Funktionen im Universitäts- und Musikbetrieb. Ob er in Deutschland so bekannt ist wie in seiner Heimat oder in England, weiß ich nicht. In jedem Fall dürften die meisten hier vorgelegten Kompositionen für die Hörer neu sein, bei acht von den elf Titeln handelt es sich um Weltersteinspielungen. Łukaszewski hat seine Kunst ganz in den Dienst der geistlichen Musik gestellt und dabei dem Chorgesang seine besondere Aufmerksamkeit gewidmet. In seinem Buch „Polish Music since Szymanowski“ (2005) charakterisierte ihn Adrian Thomas als „best known for his resolutely anti-modern sacred choral music“. Dies entspricht auch dem Selbstverständnis des Komponisten, der ein Verfechter der Tonalität ist und die neo-mittelalterliche Tradition geistlicher Musik fortführt, ähnlich wie seine Kollegen Henryk Górecki, Arvo Pärt und John Tavener. Gesang wird begriffen als spiritueller Akt, Łukaszewski will erkunden, was zwischen den Noten und hinter den Texten steht. Der Chorgesang wird zum gemeinschaftlichen Glaubensbekenntnis. Bevorzugt wird die lateinische Sprache verwendet, da es sich überwiegend um biblische und liturgische Texte handelt, es gibt aber auch englische, polnische und deutsche Vorlagen, speziell unter den Gebeten.

Hohe Klangkultur

Auf mich, der ich mit polnischer Sakralmusik nicht vertraut bin, hat das früheste und zugleich längste Stück der Kollektion, Veni creator (2004), den stärksten Eindruck gemacht, eine Auftragsarbeit der Akademie Klausendorf. Es handelt sich um ein deutsch-polnisches Gemeinschaftsprojekt zum 60. Jahrestag des Kriegsendes. Gesetzt für einen unbegleiteten Doppelchor, erklingt der christliche Hymnus erst in deutscher („Komm, heiliger Geist“), dann in lateinischer Sprache. Durch die Doppelung entstehen starke Echo-Wirkungen, die Summ-Laute auf das ständig wiederholte „Komm“ erzeugen einen mystischen Klangraum. Hier kann der State Choir Latvija unter seinem langjährigen Leiter Māris Sirmais seine ganze Meisterschaft im a-cappella-Gesang entfalten – ein in allen Stimmlagen erstklassig besetztes Ensemble, das nicht nur die ganze geforderte Palette dynamischer, rhythmischer und klangmalerischer Differenzierungen beherrscht, sondern dabei auch die notwendige religiöse Inbrunst nicht vermissen läßt.

Ekkehard Pluta [18.01.2023]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Paweł Łukaszewski
1Oratio pro adventus 00:02:14
2Popule meus 00:06:46
3Rosary Prayer 00:04:52
4Ubi caritas 00:04:47
5Anima Christi 00:03:31
6Deus misereatur nostri 00:06:52
7Ego sum pastor bonus 00:03:32
8Prayer for Those Who Shall Return 00:04:50
9Corpus Christi Hymnus 00:03:35
10Salve Regina 00:05:42
11Veni Creator 00:11:46

Interpreten der Einspielung

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