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CD-Besprechung

Schubert • Schumann

Kaleidos KAL 6356-2

1 CD • 69min • 2021

28.03.2022

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Das Morgenstern Trio setzt seine Reihe mit kombinierten Einspielungen der Klaviertrios von Franz Schubert und Robert Schumann nach fünf Jahren fort. Bereits die erste Folge dieser Reihe war vom Kollegen Michael B. Weiß glänzend rezensiert worden. Nun kann ich mich seiner damaligen Einschätzung zu 100 Prozent anschließen, zumal die von ihm monierte Basslastigkeit hier vermieden wurde. Es handelt sich um eine der seltenen Aufnahmen, die sich spontan als so schlüssig erweisen, dass das Bedürfnis nach Vergleichen gar nicht erst aufkommt, so herrlich leuchtete der Morgenstern alles aus.

Schubert und Schumann, passt das?

Ich weiß, gemischte Alben sind immer schlecht in Sammlungen einzuordnen und manchmal fragt man sich, „wohin damit“. Hier ist die Kombination aus zweierlei Gründen sinnvoll:

1. Robert Schumann war der erste, der den Wert von Schuberts Klaviertrios erkannte und sie literarisch in der „Neuen Zeitschrift für Musik“ pries.

2. hat sich Schumann von diesen Werken zu seinen ersten beiden Trios in der kontrapunktischen Setzweise mit häufigen Kanonbildungen inspirieren lassen.

Schuberts Klaviertrio op. 99 in B-Dur kann als künstlerische Antwort auf das Erzherzog-Trio Ludwig van Beethovens und als dessen romantische Übersteigerung gedeutet werden. Interessanterweise wurde es von Ignaz Schuppanzigh (Violine) und Joseph Linke (Violoncello) uraufgeführt, die auch den Beethoven aus der Taufe gehoben hatten.

Schumann bezeichnete es als „anmuthig, vertrauend, jungfräulich“ und übernahm dessen harmonische Gestaltung mit häufig mediantischen Beziehungen zwischen den einzelnen Formteilen für sein zweites Trio op. 80 in F-Dur, das gemeinsam mit dem ersten im Jahre 1847 – kurz nach den ausgiebigen Kontrapunktstudien mit Gattin Clara – entstand, somit exakt 20 Jahre nach den beiden späten Schubert-Trios. Der ritterlich-heitere Charakter seines Kopfsatzes inspirierte Johannes Brahms zur Übernahme einer charakteristischen Passage im Auslauf des ersten Themas in die erste seiner Romanzen aus Die schöne Magelone.

Perfekte Interpretation

Endlich einmal wieder eine Aufnahme, an der es nichts zu bemäkeln gibt. Die Balance ist vorbildlich, die Intonation exemplarisch, die Phrasierung absolut schlüssig und es wird ohne jegliche eitle Manierismen in natürlichem Fluss musiziert. Dabei wird das atemberaubende Können von Catherine Klipfel (Klavier), Stefan Hempel (Violine) und Emanuel Wehse (Violoncello) nirgends plakativ herausposaunt. Es zeigt sich vielmehr im Zurücktreten purer Kunstfertigkeit hinter die Kunstwerke. Lyrik wird ausgesungen und die Dramatik erhält klare Konturen. Vorbildlich!

Das Klangbild ist sehr schön ausgewogen. Bei aller Transparenz kommt auch die Wärme niemals zu kurz. Der informative Booklet-Text rundet die Produktion ab.

Fazit: Aufnahme von absolutem Referenzcharakter, aufgrund von Natürlichkeit, Charme und Fluss. Unbedingt empfohlen und für die Jahresliste vorgemerkt.

Thomas Baack [28.03.2022]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Franz Schubert
1Klaviertrio Nr. 1 B-Dur op. 99 D 898 00:41:35
Robert Schumann
5Klaviertrio Nr. 2 F-Dur op. 80 00:25:33

Interpreten der Einspielung

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