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CD-Besprechung

Henri Bertini

Nonetto op.107 • Grand Trio op. 43

cpo 555363-2

1 CD • 70min • 2020

06.10.2021

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Henri Jérȏme Bertini (1798-1876) entstammt einer Musikerfamilie. In London geboren, kommt er schon als Kind nach Paris, wo er studiert und sich nach ausgedehnten Konzertreisen durch Westeuropa als Pianist und Pädagoge niederlässt. Soweit in gedrängter Form die erforderlichen Lebensdaten für einen weitgehend in Vergessenheit geratenen Komponisten. Im Booklet der CD wird das Ganze zu einem siebenseitigen, teilweise vom Verfasser mit neckischen Sottisen angereicherten Elaborat aufgeblasen. Angesichts des naturgemäß begrenzten Platzes ließ sich das Ganze nur unterbringen, indem die Schrift extrem verkleinert wurde. Da verliert der wissbegierige Musikfreund schnell die Lust am Lesen, aber glücklicherweise lässt der Musikgenuss den Lesefrust schnell vergessen.

Hochgelobt von Robert Schumann

Neben zahlreichen Klavieretüden widmet sich Bertini besonders der Kammermusik mit Klavier, auch in nicht alltäglichen Besetzungen, wie im vorliegenden Nonett op. 107. Höchste Anerkennung zollt Robert Schumann seinem Zeitgenossen, dessen Musik er als anmutig und phantasievoll bezeichnet.

Originelle Klavierkammermusik ohne Virtuosendonner

Im Gegensatz zu den meisten komponierenden Klaviervirtuosen seiner Zeit nutzt Bertini seine Klavierkammermusiken nicht als Basis für virtuosen Tastendonner, sondern lotet geschickt die Möglichkeiten verschiedenster Besetzungsvarianten aus. So gelingt es ihm, selbst im klassisch besetzten Klaviertrio op. 43 mit gleichsam effektvollen und originellen Passagen zu überraschen.

Das Gleiche gilt für das apart instrumentierte Nonett für Flöte, Oboe, Fagott, Horn, Trompete, Viola, Violoncello, Kontrabass und Klavier, das 1838 in Paris uraufgeführt wird. Die Idee, mittels einer Trompete den sinfonischen Charakter einer derartigen Komposition zu unterstreichen, hatte 1829 schon Johann Nepomuk Hummel mit seinem Septett „militaire“ op. 114. Wie überhaupt der zwanzig Jahre ältere Hummel als gleichsam komponierender Klaviervirtuose Bertini offensichtlich in jeder Beziehung beeinflusst hat.

Exzellent musizierte Wiederentdeckungen

Das 1977 gegründete Linos Ensemble ist hierzulande mittlerweile die dienstälteste Kammermusikformation ihrer Art und bringt dank seiner souveränen Kompetenz diese vergessenen Schätzen auf das Schönste wieder zum Klingen. Besonders Konstanze Eickhorst versteht es bei beiden Stücken meisterhaft, die anspruchsvollen Klavierparts mit dem an allen Pulten bestens besetzten Ensemble zu verweben. Schade nur, dass die Flöte im Nonett und die Violine im Trio von der Aufnahmetechnik sträflich vernachlässigt werden. Ungeachtet dessen seien diese Aufnahmen zweier exzellent musizierten Wiederentdeckungen nachdrücklich empfohlen.

Holger Arnold [06.10.2021]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Henri Jérôme Bertini
1Nonetto D-Dur op. 107 00:34:03
5Grand Trio A-Dur op. 43 00:35:55

Interpreten der Einspielung

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