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CD-Besprechung

Johannes Brahms

Klavierstücke

Challenge Classics CC72850

1 CD • 77min • 2019

19.06.2020

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Der Pianist Peter Orth stammt aus den USA, wo er an der New Yorker Juilliard School bei Adele Marcus studiert hat und von Rudolf Serkin gefördert wurde. In den 1980er Jahren traf er den französischen Pianisten Paul Doguereau und den rumänischen Dirigenten Sergiu Celibidache, die ihn sehr inspirierten. Schließlich übersiedelte er nach Deutschland und arbeitet regelmäßig mit dem Auryn-Quartett zusammen. Bis 2010 war er Professor an der Hochschule für Musik in Detmold. Mit dieser CD von Klaviermusik von Johannes Brahms schließ er eine Repertoire-Lücke beim Label challenge records.

Wuchtig und gläsern

Auch wenn Orth in den Klavierstücken op. 76 die Leidenschaftsausbrüche kraftvoll gestaltet und das gläserne Timbre der hohen Klavierregister im As-Dur-Intermezzo ihm gut gelingt: Ein bisschen mehr Grazie bei den Stücken, in denen Brahms ein „grazioso“ vorschreibt, möchte schon sein. Dafür lässt er immer die Architektur der Stücke durchleuchten – bisweilen opfert er dieser architektonischen Transparenz die Gefühlsaufwallungen, so das wühlende Agitato im cis-Moll-Capriccio. Alles in allem hat man hier das Gefühl, dass Orth nicht restlos alles an Tiefe, Sehnsucht und Leidenschaft ausschöpft, was möglich wäre, als wolle er sich einen Rest Dezenz bewahren.

Das tut er dafür in den beiden Rhapsodien op. 79: Wuchtig wachsen da die leidenschaftlichen Teile auf und entrückt lässt er in der h-Moll-Rhapsodie das sehnsüchtige d-Moll-Thema des Seitensatzes singen, das Edvard Grieg als „Ase-Thema“ in seinem Peer Gynt wieder aufgenommen hat.

Klar und glänzend

Vollends in die Vollen geht Orth dann in der f-Moll-Sonate op. 5. Glanzvoll reizt er die dynamischen Spreizungen aus, majestätisch gestaltet er die Anfangsstürme des Kopfsatzes, zart lässt er das Andante singen mit einem glasklar gespielten Triller im Thema, berückend sind dann die silbernen Klänge der akkordischen Bewegung der Mittelstimmen, aufgehellt die chorartigen Passagen und niemals „brummt“ es in den tiefen Passagen. Das Scherzo kommt mehr scherzoso als „energico“ daher, das Intermezzo schimmert fast schon impressionistisch, das Finale endet enthusiastisch. Insgesamt setzt Peter Orth den Ratschlag um, den Werner Oehlmann in seinem „Reclams Klaviermusikführer“ beim Spiel dieser Sonate gibt: Es… „wird also der klangliche Eindruck nicht dumpf und kompakt sein dürfen, sondern klar und glänzend, wie es unser modernes Ohr verlangt.“ Ein Spiel wie für eine gute Stereoanlage gemacht. Und gerade in dieser Sonate genießt man den sonoren Klang des Steinways in der Immanuels-Kirche in Wuppertal.

Rainer W. Janka [19.06.2020]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johannes Brahms
1Capriccio fis-Moll op. 76 Nr. 1 00:03:12
2Capriccio h-Moll op. 76 Nr. 2 00:03:46
3Intermezzo As-Dur op. 76 Nr. 3 00:02:15
4Intermezzo B-Dur op. 76 Nr. 4 00:02:01
5Capriccio cis-Moll op. 76 Nr. 5 00:03:45
6Intermezzo A-Dur op. 76 Nr. 6 00:03:28
7Intermezzo a-Moll op. 76 Nr. 7 00:03:06
8Capriccio C-Dur op. 76 Nr. 8 00:03:50
9Rhapsodie h-Moll op. 79 Nr. 1 00:10:13
10Rhapsodie g-Moll op. 79 Nr. 2 00:06:04
11Klaviersonate Nr. 3 f-Moll op. 5 00:35:01

Interpreten der Einspielung

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